Endlich einmal haben wir Zeit und Lust (eher Lust), eine kleine Reise in den Nordosten von Italien zu unternehmen. Von Villach fuhren wir am Freitag, den 16. Mai am Nachmittag (nach dem "Fest" bei Mama im Pflegeheim) nach Hermagor, wo wir in der bekannten Konditorei Semmelrock einkehrten, dann ging es weiter aufs Nassfeld. Wir parkten beim See nach der Grenze, ein Spaziergang rund herum und hinauf zur Kirche, das wars für heute. Auch einen kurzen Graupelschauer konnten wir genießen. Los ist hier auf 1.500 m nichts, auch Livio hat noch geschlossen.
Samstag, 17. Mai Ja, hier auf 1.600 m Höhe ist es schon etwas kühler als im Tal, aber wir haben es überlebt und sind nicht erfroren - es hatte 9 Grad in der Sonne bei unserem Morgenspaziergang rund um den See und das Hoteldorf. Und bei der Kontrolle der Gasflaschen fiel mir ein, dass ja eine Flasche leer und die andere nur halb voll ist. Also vor der Weiterfahrt nach Osttirol die paar Kilometer zurück zum Obi nach Hermagor, nicht jedoch ohne einen Abstecher zum Bodensee am Weg von Naßfeld ins Tal. Mit einer vollen Flasche dann vom Obi noch ein paar Kilometer weiter zurück zum Pressegger See, den wir am knapp 6 km langen Slow Trail umrundeten. Weiter dann nach Kötschach Mauthen und durch das Lesachtal (vorbei an der berühmten Lexer-Mühle) nach Maria Luggau, wo wir die Wallfahrtskirche besichtigten. Und noch ein paar Kilometer weiter kehrten wir in Obertilliach in der Jausenstation Mitterdorfer hoch oben am Berg ein, fantastisch die Aussicht aufs Tal. Die Nacht standen wir bei der Talstation der Golzentipp-Bahn.
Sonntag, 18. Mai Nach einem Morgenspaziergang durch das schöne Dorf fuhren wir hinunter nach Sillian und über die Grenze ins Pustertal, wo in Toblach die Drau entspringt. Leider ist davon nichts zu sehen bzw. zu finden, nur ein paar hundert Meter von der Quelle entfernt fließt ein kleines Bächlein. In der Nähe ist das sehr nette Städtchen Innichen, wo wir einen Spaziergang samt Kaffeehausbesuch (2 Stück Torte a 6,60 !) machen. Mittags dann zurück an die Grenze, leider ist die Pizzeria Tempele komplett voll, so fahren wir zur Besichtigung von Schloss Heinfels bei Sillian, dann nochmals zum Tempele, jetzt am Nachmittag ist Platz genug. Die Nacht stehen wir am Schlossparkplatz gemeinsam mit einem WoMo aus Frankreich.
Montag, 19. Mai Frisches Gebäck zum Frühstück, blauer Himmel. Erster Stopp heute ist Cortina d´Ampezzo, die nächste Austragungsstätte (gemeinsam mit Mailand) für olympische Winterspiele - es wird gebaut, was das Zeugs hält. Sehr schön war der Bummel durch die Fußgängerzone, dann fuhren wir weiter zum ehemaligen Stausee von Vajont, der 1963 traurige Berühmtheit erlangte. Ein mächtiger ca. 2 km langer Erdrutsch (ca. 270 Millionen Kubikmeter Geröll, Gestein und Wald) verdrängte in kürzester Zeit das Wasser vom vollgefüllten Stausee, die ca. 200 m hohe Flutwelle, die über die 260 m hohe Mauer (sie überstand den Erdrutsch unbeschädigt) ins Tal stürzte, zerstörte ein Städtchen und zwei Dörfer und forderte über 2.000 Todesopfer (450 Kinder unter 15 Jahren), mehr als die Hälfte der Leichen wurde nie gefunden. Ein Gedenkplatz samt Museum erinnert an das tragische Ereignis. Weiter ging es dann durch das enge Tal nach Santa Croce am gleichnamigen See und schließlich landeten wir am Stellplatz von Treviso.
Dienstag, 20 Mai Laut Wetterapp soll es heute ziemlich regnerisch sein, ist es aber nicht. Vereinzelt ein paar Tropfen, sonst aber teilweise sonnig und ziemlich warm, als wir die Altstadt von Treviso besichtigen. Ich kann nur sagen: sehenswert. Sehr sehenswert sogar.
Mittwoch, 21.Mai Am Vormittag fahren wir bei viel Sonne nach Venedig, und zwar auf den Camp Fusine. Von hier fährt jede Stunde ein Taxiboot in die Stadt - wir starten um 10 Uhr und sind nach einem sehr schönen Rundgang um 17 Uhr wieder beim WoMo. Nicht nur Rosa ist etwas müde ...
Donnerstag, 22. Mai Heute stand Kultur pur am Programm. Zuerst Besichtigung vom Dogenpalast, dann über die Seufzerbrücke in das Gefängnis. Zurück und gleich nebenan in die Basilika und auf den Balkon. Dann noch auf den Campanile - das wars. Am Abend wurde noch ein schwimmender Wohnblock vor dem Camp vorbei aus dem Hafen geschleppt, seinen Platz nahm kurz danach ein Öltanker ein.
Freitag, 23. Mai Um 9 Uhr fuhren wir los, 38 km später parkten wir am Stellplatz von Padua ein. Wir sind in den letzten Jahren öfters an Padua vorbei gefahren und haben immer gesagt, da müssen wir einmal eine Stadtbesichtigung machen. Und heute ist es uns bei gutem Wetter gelungen: wir haben die Altstadt besichtigt. Sehr sehenswert die vielen Plätze (P.del Signori, P.della Frutta, P.Capitaniato, P.del Duomo usw) mit historischen Bauwerken. Sehr toll ist der Prato della Valle und der Höhepunkt von Padua: die Basilica di Sant Antonio, der Grabstätte des heiligen Antonius.
Samstag, 24. Mai 30 Minuten nordwestlich von Padua liegt Vizenca, der Stellplatz am Park Bassano ist unser heutiges Ziel. Bekannt ist die Stadt durch die eleganten Gebäude, von denen viele vom Architekten Palladio entworfen wurden. Auch die Basilika und das Teatro Olimpico stammen von Palladio. Am späteren Nachmittag mache ich noch einen Rundgang in der Nähe vom Stellplatz: da gibt es die Villa Rotondo, die von allen 4 Seiten gleich aussieht - und dann noch das wunderschöne Santuario della Madonne di Monte Berico auf einem Hügel - gute eineinhalb Stunden war ich unterwegs.
Sonntag, 25. Mai Heute ist der Giro d' Italia in der Gegend, wir bekommen aber nichts davon mit. 30 km in Richtung Verona liegt das Städtchen Soave, unser heutiges Ziel. War zwar nicht auf unserer Route, aber Dank an Michael für die Empfehlung. Sehr sehenswert das Schloß, aber schwer zu gehendes Kopfsteinpflaster. Auch eine Runde um die Stadtmauer und natürlich den Hauptplatz auf und ab gehen wir - nach 15.000 Schritten tun doch glatt die Füße weh.
Montag, 26. Mai Von der Weinstadt Soave fahren wir in die Schnapsstadt Bassano del Grappa. Hier interessieren uns natürlich auch mehr die Bauwerke als der Grappa in den verschiedensten Variationen. Und von den Bauwerken gibt es mehr als genug - allesamt sehenswert. Gegen Mittag fahren wir weiter, eines der "schönsten Dörfer in Friaul", Poffabro, ist unser zweites Ziel für heute. Im Dorf selbst auf etwas über 500 m Seehöhe leben derzeit ca. 200 Leute, alljährlich findet hier eine große Krippenausstellung statt. Zur Zeit herrscht aber ziemliche Ruhe, das örtliche Kaffeehaus hat zu, Geschäft oder Retaurant gibt es nicht. Wir spazieren natürlich zwischen den tollen Häusern durch die engen Gassen, dann zum Kloster und statten dem örtlichen Friedhof einen Besuch ab. Die Nacht stehen wir am Parkplatz Nummer 6.