Auf den Spuren von WINNETOU

und ein paar Tage in Pakoštane am Meer

 

Winnetou ist eine Figur aus den gleichnamigen Romanen und anderen Werken des deutschen Autors Karl May (1842–1912), die im Wilden Westen spielen. Er ist ein fiktiver Häuptling der Mescalero-Apachen. Winnetou verkörpert den edlen, guten Indianer und kämpft mit seinem Gewehr „Silberbüchse“ auf seinem Pferd Iltschi für Gerechtigkeit und Frieden. Dabei wird er meistens von seinem weißen Freund und Blutsbruder Old Shatterhand begleitet.
Der größte Teil der Karl-May-Filme wurde zwischen 1962 und 1968 in Kroatien gedreht, wo Winnetou und Old Shatterhand durch die „Prärien und gewaltigen Felsengebirge“ ritten und ihre Abenteuer bestanden. Hier wurde aus dem Fluss Zrmanja der „Rio Pecos“ oder der „Colorado“ und aus dem Tulove Grede der „Nugget-tsil“.

Rund um den Canyon des Flusses Zrmanja (in der Nähe der Stadt Obrovac) wurden Szenen aus "Der Schatz im Silbersee", "Winnetou 1 + 3", "Old Surehand (Teil 1)", "Winnetou und das Halbblut Apanatschi" und "Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten" gedreht. Viele von euch werden noch die bekannte Szene aus Winnetou 1 kennen, in der Nscho tschi auf die Rückkehr der Apatschen wartet (dort sieht man im Hintergrund den Canyon des Flusses Zrmanja).

Auf den Spuren von Winnetou und Old Shatterhand wandeln – das ist auch heute noch an den meisten der damaligen Drehorte möglich. Einiges hat sich landschaftlich verändert, aber an vielen Plätzen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, so dass man glaubt, jeden Moment taucht der Häuptling der Apatschen und sein Blutsbruder hinter dem nächsten Felsen auf. Weitere Drehorte befinden sich in Slowenien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro sowie in Almería, Spanien - und natürlich bei den Plitvice-Seen in Kroatien..
Mittwoch, 17. Juni
Um 7 Uhr fuhren wir bei wenig bis noch weniger Verkehr los, nur bei den Umfahrungen von Laibach und Zagreb war reger Verkehr. Nach 495 km parkten wir am Camp Muškovci Zrmanja am Fuße des Velebit-Gebirges ein und machten uns bald danach auf die erste Entdeckungsrunde im "Winnetou-Land". 4 km wanderten wir dem Zrmanja-Fluss entlang, einfach tolles Panorama. Das Mittagessen haben wir uns damit redlich verdient ...

Am späteren Nachmittag fuhren wir mit den Rädern über die Eisenbrücke und am anderen Ufer 4 km flussaufwärts in die Ortschaft Bilišane, von dort sind es gut 300 m bis zum Aussichtsplateau hoch über dem Canyon.

Donnerstag, 18. Juni
Heute mache ich alleine eine gröbere Radtour: 26 km (davon 7 km auf teilweise schlechter Schotterpiste) auf der Südseite des Velebit-Gebirges ober der Ausfahrt aus dem Tunnel SVETI ROK.  850 Höhenmeter sind es vom Campingplatz zum Tulove Grede, dem markanten Berg und Hauptdrehort von 11 Winnetou-Verfilmungen zwischen 1962 und 1968. Eine Marmortafel erinnert an den legendären Winnetou-Darsteller Pierre Brice (1929-2015).  Im ersten Teil der Trilogie kommen unterhalb des Gipfels Winnetous Vater und Schwester zu Tode – Winnetous Sterbeszene im dritten Teil wurde ebenfalls hier gedreht.

 

Bei der Hin- und Rückfahrt hatte ich jedes Mal Wetterglück - eine Gewitterzelle zog nicht allzu weit im Süden vorbei, am Camp gab es einen kräftigen Regenguss. Am späteren Nachmittag kam die Drohne zum Einsatz, ein paar Luftaufnahmen von Wasserfall und  Canyon mussten sein. Und natürlich ein Hupfer in den doch recht kühlen Gebirgsfluss Zrmanja ...

Freitag, 19. Juni
Am Vormittag fahren wir zum Zrmanja-Canyon und parken ca. 1 km vor dem Aussichtsplateu. Hätten auch ganz zum Rand der Schlucht fahren können, so wie ein Wohnmobil mit steirischem Kennzeichen., aber das wussten wir vorher nicht. Die Aussicht auf bzw. in die Schlucht ist sensationell, vom nahen Novigradsko more aus kann man den Canyon mit einem Motorboot erkunden, was wir aber ausgelassen haben.

Der Zrmanja-Canyon ist ein tief eingeschnittenes Tal, durchzogen vom türkisblauen Zrmanja-Fluss – und war in den 1960er Jahren die Kulisse für die Apachen-Siedlung Winnetous. Die Zrmanja entspringt im südlichen Velebit-Gebirge und fließt von dort durch eine raue und markante Karstlandschaft nach Obrovac und in die Adria. Heute ist der Zrmanja Canyon ein beliebtes Gebiet für Kanu- und Kajaktouren – weltbekannt dank der Winnetou-Filme. Hoch über dem Canyon liegt der Punkt, wo sich in der filmischen Interpretation von Karl Mays Bestsellerreihe das Publo der Mescalero-Apachen befand. Im ersten Teil der Trilogie werden Old Shatterhand und seine Freunde dort von Winnetous Stamm gefangen gehalten, bis er sich durch eine riskante Kanufahrt auf der Zrmanja (alias Rio Pecos) die Freiheit erkämpfte. Hier begegnet Old Shatterhand auch zum ersten Mal seiner großen Liebe Nscho-tschi, deren "Grab"  sich am Tulove Grede befindet.

Am Nachmittag erreichten wir unser Ziel für die nächsten Tage: Autocamp Zora in Pakoštane, wo es mehrere Campingplätze gibt, alle sind gut besucht. Wir haben Glück und können uns ganz vorne hinstellen, mit schönem Blick auf das warme, tiefblaue und sehr klare Meer. Bis auf ein paar ganz kleine Wolkerln war der Himmel himmelblau. Am Abend gab es Pizza ...

Samstag, 20. Juni
In der Nacht gab es einen kurzen, aber kräftigen Regenguss, der Vormittag war aber schon wieder sehr sonnig - und ziemlich warm, ja fast zu heiß für unseren Geschmack. Ich blies das SUP auf und paddelte zur nahen Insel der heiligen Sveta Justina, wo ich die kleine Kapelle (Kirche St. Justina) besichtigte, das bekannteste Wahrzeichen von Pakostane. Sie befindet sich auf der gleichnamigen Insel und verschiedene Geschichten sind mit ihrer Herkunft verbunden. Historische Funde deuten darauf hin, dass die Kirche nach der Lepanto-Schlacht 1571 gebaut wurde. Die Legende besagt, dass ein Soldat aus Pakostane vor dem Kampf sagte, er würde eine Kirche bauen, wenn er als Sieger zurückkäme. Und so geschah es auch. Der Sieg im Lepantska-Kampf, als sich die Seestreitkräfte des Osmanischen Reichs und die "Heilige Liga" am 7. Oktober 1571 trafen, wird heute als das Fest der hl. Justyna gefeiert. Jährlich wird in Pakoštane am Festtag eine Segelregatta abgehalten.

Um die Mittagszeit radelten wir die ca. 10 km nach Biograd na moru, wo wir eine Eisdiele mit "Mega-Eis" kennen. Nach dem Riesenbecher fiel das Mittagessen aus, dafür kam die Drohne zum Einsatz ...

Sonntag, 21. Juni
Wolkig, aber warm. Ein Tag zum Fauli spielen. Am Vormittag machen wir eine kleine Wanderung am Meer entlang nach Drage, dem Nachbarort - der dortige Camp Oaza Mira ist fast voll. Am Rückweg haben wir für ein paar Minuten leichten Regen, dann scheint wieder die Sonne. Zum Mittagessen spazieren wir nach Pakoštane, das war dann die letzte Aktivität für heute.

 

Montag, 22. Juni 
Wenig
Sonne, aber sehr schwül. Wir spazieren auf die andere Seite von Pakostane in die Beach Punta, wo trotz wenig Sonne viel los war. Und der Camp Kozarica mit seinen 432 Plätzen ist auch gut 1/3 belegt.

Dienstag, 23. Juni
Um 3/4 8 verlassen wir den Camp Richtung Heimat. Bei der Autobahnabfahrt Maslenica werden wir von einem Fahrverbotsschild gebremst und von der Autobahn abgeleitet. Es weht eine sehr starke Bora, die Autobahn zum Sveti Rok Tunnel wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt. Also blieb uns nix anderes übrig, als auf der Küstenstraße zu fahren. Wir waren angenehm überrascht, seit unserer letzten Fahrt (doch schon einige Jahre her) auf der Magistrale wurde die Straße sehr schön saniert. Und vom Panorama her ist diese Strecke ja sowieso einzigartig. Wir blieben bis Rijeka auf der Küstenstraße und fuhren über Laibach nach Villach, wo wir um 14 Uhr nach insgesamt 1.029 gefahrenen Kilometern eintrafen und ich meinen nicht verschiebbaren Arzttermin wahrnehmen konnte.