Winter 2019 Teil 2

 

JÄNNER  2020 in Gallipoli

 

Mittwoch, 1. Jänner 2020
Wie jedes Jahr beginnt auch das heurige Jahr mit einem ersten Jänner. Wir nützten die klare und frische Luft zu einer Neujahrswanderung direkt am Meer entlang zum Torre Sabea. Dieser Turm wurde zu Verteidigungszwecken im 16. Jahrhundert erbaut und liegt je nach Gezeitenstand ca. 6 m über dem Meeresspiegel und 20 Meter vom Ufer entfernt.

Und wie das bei Schönstwetter halt so ist, verbringen wir viel Zeit in der warmen Sonne vor dem WoMo.

Donnerstag, 2. und Freitag, 3. Jänner
Ein großräumiges Hochdruckgebiet hat sich über Sizilien und Süditalien gelegt, die Temperaturen sind in Sizilien laut Wetterseiten im Internet jedoch nur um einen Grad höher, das Meer hat überall 16 Grad. In der Früh (= ca halb 9) haben wir 10 Grad, tagsüber vor dem WoMo locker das doppelte. Außer einer Runde mit der Kawa gibt es keine Aktivitäten, am Freitag gehen wir mit 15 anderen Überwinterern in die Trattoria Le Caravelle, wo wir um ziemlich viel Geld wenig essen. Aber der schöne Ausblick aufs Meer muss halt auch bezahlt werden ...

Was tut Mann bzw. Frau den ganzen Tag? Naja, vor dem WoMo die angenehm warme Sonne genießen, mal einen Spaziergang in die eine Richtung, dann in die andere Richtung machen. Oder gleich einen vernünftigen Spaziergang ins nahe Gallipoli, das ja ein ganz nettes Städtchen ist.

Für Sonntag, den 5. Jänner hat die gute Seele des Platzes, Petra, einen Bus für einen Nachmittag-Abend-Ausflug nach Ostuni organisiert. Die "weiße Stadt" ist 112 km von Gallipoli entfernt (zu weit mit dem Motorrad um diese Jahreszeit). Sehenswert sind u. A. die vielen kleinen Gassen, die Kathedrale, der Platz der Freiheit mit dem Rathaus und .... Auch einen Stellplatz hat Ostuni, deshalb werden wir bei nächster Gelegenheit die Stadt ausführlicher besichtigen, es lohnt sich sicher.

Eine Fahrt nach Santa Maria al Bagno lohnt sich immer, aber nicht nur wegen den Resten einer alten Festung am Straßenrand, sondern auch wegen der Pasticceria PICCADILLY. Einfach köstlich, was hier angeboten wird. Und da die Fastenzeit eh erst am 26. Februar beginnt, war der heutige Besuch beim Piccadilly sicher nicht der letzte. Eis gibt es auch schon ...

Gab es gestern Piccadilly-Goodies, so folgte heute Mittwoch, 8. Jänner, bei frühlingshaften Temperaturen eine Grillerei bei Gabi und Herbert. Während wir uns mit den Würsteln beschäftigten, hatte Rosa mit ihrem Freund Shakiro (der chinesische Schopfhund von Gabi und Herbert) die größte Gaude. Und die Fraulis hintennach auch - beim Entfernen von ca. 100 Kletten je Hund.

Das Hoch über Apulien wird immer "höher", heute Freitag hatte es 24 Grad und war fast windstill. Ich fuhr eine Runde mit der Kawa, um ein paar kulturelle Gebäude in der Umgebung aus der Luft (die Drohne braucht auch Auslauf) zu betrachten: Chiesetta San Mauro bei Padula Bianca, den Felsen Montagna Spaccata und die 4 Türme kurz vor Santa Maria al Bagno so wie den tollen Wehrturm Torre dell'Alto bei Santa Caterina.

Nach einem nicht immer sonnigen Wochenende lachte am Dienstag, 14. Jänner wieder die Sonne und es hatte 23 Grad. Also machte ich eine Runde mit dem Motorrad nach Monteruga. Das ist ein unbewohntes Dorf, 42 km nordwestlich vom Campingplatz. Erbaut wurde es in der faschistischen Zeit 1928 und existierte bis in die 80er Jahre. Leerstehende und verfallende Gebäude wie Schule, Wohnhaus, Kirche und ein paar landwirtschaftliche Gebäude erinnern an vergangene Zeiten, die Zufahrt ebenfalls. Keine Straßen, nur Feldwege führen in das verlassene Dorf ....

Mittwoch, 15. Jänner
Postkartenwetter, fast kein Wind. Also genau das richtige Wetter zum Drohne fliegen bzw. ein paar der programmierten Flugmanöver auszuführen. Von der Drohnensoftware erhielt ich erstmals die Meldung, dass ich in der Nähe eines Flughafens bin und vorsichtig fliegen muss. Tatsächlich, am Ortsrand von Gallipoli ist ein Hubschrauberstütztpunkt, wo in den Sommermonaten Rundflüge an der Küste angeboten werden. Schade, dass es das Angebot nicht auch jetzt gibt, wäre sicher ein tolles Erlebnis geworden.

Drohnenfilm abspielen

Heute wollten wir die vor ein paar Tagen entdeckte und mit Anni/Norbert erfolgreich zu Mittag getestete Pizzeria LA GIARA ART besuchen. WOLLTEN ... Obwohl es uns der Wirt gesagt hat und es auch auf der Homepage steht, blieb die Pizzeria heute ohne Kommentar geschlossen. Muss ich meine 5-Sternebewertung auf Tripadvisor gleich berichtigen. Aber eine einheimische Familie, die wir um Hilfe bei der Suche nach einem Restaurant baten, hatte gleich einen sehr guten Tipp für uns: Ristorante da Olga am Hauptplatz bei der großen Säule. Das Essen war sehr gut, wir kommen wieder. Nachspeise gab es in der Konditorei Martinucci - bekannt gute Qualität und im Gegensatz zum Geschäft in der Altstadt auch sehr tolles Personal.

Donnerstag, 16. Jänner
Irgendein Grund zum Feiern findet sich am Camp immer: Gabi und Herbert haben ihr eigentlich recht tolles Vorzelt (aufblasbare Variante) durch ein kleineres, freistehendes Zelt ersetzt (Amazon liefert ja alles) - und so ein Ereignis gehört natürlich entsprechend gefeiert. Das dachte sich auch Rosa, die im WoMo blieb - und holte den restlichen Panettone aus der Packung und vernaschte ihn ...
Für den Abend hat Petra einen Ausflug ins 36 km entfernte Novoli organisiert. Dort findet seit 1664 jährlich im Jänner das Fest FOCARA zu Ehren des Schutzheiligen Sant Antonio Abate statt. Aus cirka 90.000 Bündeln wird in den Wochen vor dem Fest eine Reisigpyramide errichtet, die an der Basis ca. 20 Meter Durchmesser hat und etwa 25 Meter hoch ist. Um 21 Uhr beginnt dann das Spektakel mit einem halbstündigen Dauerfeuerwerk. Ununterbrochen pfeifen und zischen hunderte Feuerwerkskörper in die Luft. Zum Glück weht der Wind die Rauchschwaden von den tausenden Zusehern weg. Und während die Raketen in die Luft pfeifen, wird die Spitze der Pyramide entzündet. Heute am ersten Tag des Festes wird nur das obere Drittel abgebrannt, die zwei weiteren folgen in den Tagen danach - ohne Feuerwerk. Rund um den Festplatz sind viele Food-Trucks mit diversen Köstlichkeiten aufgestellt, einen Vergnügungspark gibt es auch. Und in der Hauptstraße zum Festgelände locken viele Stände mit gebrannten Nüssen, Mandeln, türkischen Honig, Geschirr und sonstigem (chinesischen) Krimskrams. Sehenswert in Novoli sind der Dom, eine tollen Krippe mit bewegten Figuren - und auch die schönste Weihnachtsbeleuchtung, die ich je gesehen habe.  Um 23 Uhr waren wir wieder beim Wohnmobil.

 

Freitag, 17. Jänner
Wieder ein perfekter Nixtu-Tag, erst am Abend gibt es die erste (nenneswerte) Aktivität: Zu Ehren des heiligen Antonius gibt es überall in Apulien Feste, auch die Direktion des Campingplatzes lud wie jedes Jahr alle Gäste zu einem Grillabend mit dem traditionellen Abbrennen eines Reisighaufens ein.

Samstag, 18. Jänner
Nicht nur ich brauche Auslauf, auch die Kawa und die Drohne wollen bewegt werden. Also machte ich mich bei Schönstwetter auf  Tour: Roca Nuova, 21 km südöstlich von Lecce (62 km vom Camp) ist ein kleines, gut erhaltenes, unbewohntes mitteralterliches Dorf inmitten von Olivenhainen. Gut 10 km weiter gibt es einen wunderschönen Küstenabschnitt (zwischen Sant`Andrea und Roca Vecchia). Wenn es in dieser Gegend einen Camp geben würde, der auch im Jänner/Februar offen hätte ...

Tolles Wetter die ganze Woche. Ein Tag schöner als der andere, kaum eine Wolke am Himmel und wenig Wind.  Und die Temperaturen passen auch,  jeden Nachmittag hat es so um die 24 Grad vor dem WoMo. Nicht nur einmal gibt es ein nachmittägliches Kaffeekränzchen - mit Köstlichkeiten der Top-Konditorei Martinucci. Naja, und wie das halt so ist, geht auch die Sonne unter ...

Schönstwetterpause nach 6 Tagen - am Wochenende 25./26. Jänner.  Am Samstag Nachmittag gab es ein gemütliches Geburtstagsfest bei und zu Ehren von Gabi, zuerst noch in der warmen Sonne im Freien, später dann im windschützenden Zelt.

Am Sonntag schafften wir es nach einigen ergebnislosen Versuchen endlich, die Pizzeria LA GIARA ART offen vorzufinden. Auf deren Homepage steht zwar, täglich offen, aber ein Zettel bei der Kassa wird schon deutlicher: Montag-Donnerstag chiuso. Und Freitag ist offen, wenn sie grad Lust dazu haben ... ABER: die Pizza ist 1 A!!!!! Und bei der Heimfahrt hatten wir großes Glück: kaum beim WoMo angelangt, öffneten sich alle Wolken ober Gallipoli ...
Montag, 27. Jänner 2020
Während Brigitte die WoMo-Pflege und das Verstauen diverser Sachen übernimmt, fahre ich nochmals in die Stadt zur Konditorei Martinucci, weil ohne süßes Mitbringsel wollen wir unsere Heimreise nicht antreten.

Gegen 12 verlassen wir den Camp und kommen bei null bis gar keinem Verkehr super voran, gegen 19 Uhr treffen wir in Loreto ein. Der Tank ist ziemlich leer, 111 Euro (1,449) kostet das Volltanken. Der Campingwart hat gerade sein Büro verlassen, als wir in den Stellplatz einfahren und will erst morgen um 7 Uhr bei Dienstbeginn kassieren. Als ich ihm sage, dass wir um diese Zeit schon längst unterwegs sind, zuckt er die Schultern und sagt einfach: no problem
Dienstag, 28. Jänner
Ich bin kurz nach 4 munter, döse noch bis halb 5 und um 10 nach 5 sind wir wieder auf Achse - um viertel eins waren wir wieder in Villach. Von Bari bis Loreto zahlten wir 31 Euro Maut, von Loreto bis Ugovizza waren es 47 Euro, zum Glück wieder zwei mal Klasse "b" und nicht Klasse "Drei-Achser" wegen dem Hänger.