Überwinterung 2017 - 2018
Teil 2, Jänner 2018

Regenwetter bei der Abfahrt am 2.1. vom Camp Thurium in Kalabrien, Regenwetter bis zur Autobahn (43 Liter um 60 € getankt), dann strömender Regen, Blitz und Donner, ganz kurz sogar Hagel in Kirschkerngröße bis zur Fähre nach Sizilien (96,- € für Hin- und Rückfahrt, gleich wie vor 1 Jahr, zusätzlich 25 € für den Anhänger). Bis zu unserem heutigen Ziel, dem Camping La Focetta Sicula in San Alessio dann fast kein Regen. Heutige Fahrstrecke: 292 km, gesamt bisher 1.543.
In der Nacht spielte es sich ab, als ob der Weltuntergang beginnt. Blitz und Donner aus den tiefen Wolken direkt ober uns, das WoMo schaukelte richtig hin und her, es schüttete wie aus Kübeln. In der Früh dafür strahlend blauer Himmel, als wir uns auf die Weiterreise nach Punta Bracetto zum Camp Baia dei Coralli machten. Wir waren schon mehrmals auf Sizilien, aber so ein Glück mit dem Ätna wie heute hatten wir noch nie, ich fuhr zu einer Raststelle und fotografierte ...

Um 13 Uhr trafen wir am Mittwoch, dem 3. Jänner am Camp ein und wurden von Samanta herzlich begrüßt und zu unserem reservierten Platz gebracht. Km von San Alessio: 178, gesamt bisher 1.721 Das Thermometer zeigte 21 Grad an, grad richtig zum vor dem WoMo in der Sonne zu sitzen und die "Überwinterung" zu beginnen. Am Nachmittag besuchten uns die "Sonnenbäcker" aus Feldkirchen, Anni und Norbert Schieder, die seit ein paar Tagen am Nachbarplatz SCARABEO stehen.
Mit dem Wetter sind wir bis heute, 7. Jänner, sehr zufrieden. Zwar weht immer ein leichter, ab und zu auch böiger Wind, aber bei Temperaturen um die 20 Grad lässt es sich vor dem WoMo schon aushalten. Und nicht nur an einem Abend können wir einen herrlichen Sonnenuntergang bewundern.
Ein paar Kilometer nördlich von Santa Croce, in der Nähe von Donnafugata, befindet sich die Büffelfarm Agr. Magazze, zu der wir mit Anni und Norbert am Sonntag auf ein "Menü" fuhren: Büffelschinken mit Käse und Büffelmozarella, danach Mini-Pizza, gebratenes Büffelfleisch und Büffelgulasch, als Nachspeise Mandarinen und Canolli - alles 1A und ausreichend ....
Über Marina di Ragusa und Donnalucata fuhren wir am Montag mit der Kawa am Meer entlang nach Sampieri, wo wir den Campingplatz La Spiaggetta besichtigten. Weil es schadet nichts, wenn wir für die nächste Überwinterung Alternativen haben. Am Nachmittag klettert das Thermometer bei fast wolkenlosem Himmel auf 22 Grad, genau das richtige Wetter zum Sonne sitzen.
Eine Woche sind wir jetzt hier - und heute Dienstag gab es die erste Pizza, wir fuhren mit der Kawa nach Marina di Ragusa und kehrten im DELFINO ein. Sonne zeigte sich heute keine, aber es hatte den ganzen Tag 19 Grad bei leichtem bis böigem Wind.
Blauer Himmel am Donnerstag, 11. Jänner. Und Markt in Santa Croce mit vielen lebensnotwendigen Dingen. Wir decken uns aber nur mit Orangen und Mandelbäckerei ein, bevor wir vor einem überraschenden Regenguss in die Konditorei Eduardo flüchten ...
Um die Mittagszeit packe ich dann die Drohne aus und nütze das perfekte Flugwetter für einen Rundflug über den Camp. Dass zur Zeit Aprilwetter herrscht, bemerken wir am Freitag um 7 Uhr in der Früh: ein ordentliches Gewitter geht ziemlich nahe vom Camp nieder, die Reste davon sehe ich um 8 Uhr, als ich aus dem WoMo steige .... Um die Mittagszeit sitze ich dann bei gut 20 Grad in der warmen Sonne.
Jeden Samstag findet in dem Städtchen Vittoria, 20 km von hier, der größte Wochenmarkt der Region statt. Auf einem "Rundkurs" von ca. 1 Kilometer Länge schreien die Marktfieranten um die Wette, wer den besten Preis für das natürlich beste Produkt hat. Kaufen kann man/Mann/Frau hier so ziemlich alles, was man braucht. Von (fast originalen) Guess-Gucci-Chanel-Handtaschen bis zu echt chinesischen Handycovers, Nudelsieben und der kompletten Ober- und Unterwäschekollektion, Flaschenöffnern, Wolle, Nähseide und .... reicht die Palette. Wir haben uns mit 3 Fischen zufrieden gegeben, die kamen dann am Nachmittag auf den Griller. Und eine der Campingplatzkatzen hatte auch ihre Freude daran.
Am späteren Nachmittag tummelten sich einige Wellenreiter im Meer, Fischer versuchten ihr Glück und wir genossen die herrliche Stimmung bei einem Spaziergang. Und auch Momo gefiel es, wie ihr leichter, beschwingter Gang zeigt ....
Das Wetter zeigt sich weiterhin wechselhaft, aber meistens ist es angenehm warm und sehr sonnig. In der Sonne vor dem Wohnmobil zeigt das Thermometer teilweise an die 24 Grad, in der Früh hat es immer so um die 14 Grad. Es lässt sich sehr gut in der Sonne sitzen oder am Strand bzw. durch den Naturpark spazieren. 
Am Dienstag gab es gemeinsam mit Doris und Wolfgang (2 Bayern, die am LUMINOSO stehen) ein mehrgängiges Mittagsmenü im Rosacambra, einem tollen Lokal am Stadtrand von Santa Croce. Es ist schon erstaunlich, wie schnell knappe 3 Stunden in gemütlicher Runde vergehen. Und wie viel man essen kann ...

Der Frühling begann am Donnerstag, den 18. Jänner. Bereits um 8 Uhr hatte es 16 Grad im Schatten hinter dem WoMo, um 9 Uhr waren es 21 Grad in der Sonne, so dass wir das Frühstück im Freien genossen. Auch einige Wellensurfer waren schon unterwegs. Der ganze Tag war dann wolkenlos und warm, es weht ein leichter, manchmal böiger Wind. Gegen Mittag "rollerten" wir nach Santa Croce zum Donnerstag-Markt und deckten uns mit erntefrischen Orangen und Mandarinen ein, auch beim Spar machten wir Station. Und am Nachmittag durfte der tägliche Strandspaziergang natürlich nicht fehlen.
Am Freitag gab es ein gemeinsames Mittagsmenü mit Anni und Norbert im Rosacambra. Wieder alles vom Feinsten, 3 verschiedene Menügrößen stehen zur Auswahl: 7 - 9 und 11 Gänge, wir hielten uns zurück und nahmen das 7er. War natürlich völlig ausreichend, hungrig ist niemand vom Tisch aufgestanden ....

War der Freitag eher trüb und windig, so war der Samstag wieder ein Tag wie aus dem Bilderbuch: kaum Wind, so gut wie null Wolken - und schön warm. Da macht ein Spaziergang am Strand und bei den nahen Gewächshäusern schon viel Freude. Die Gurken- bzw. Zucchiniernte ist im vollen Gang, auch Cocktailtomaten werden zur Zeit massenweise geerntet.
Das einzige konstante am Wetter ist, dass es nicht konstant ist. Frische 8 Grad am Sonntag, den 21. Jänner in der Früh, strömender Regen und starker Wind bis zum frühen Nachmittag, das Fernsehbild bei der Übertragung des Herrenslalom von Kitzbühel fiel öfters aus, die Signale kamen nicht durch die dichten Wolken oder wurden vom Winde verweht. Am Nachmittag schaltete das Wetter wieder um, der Wind ließ nach und die Sonne schien. Wir wollten bis zu den Dünen spazieren, gaben aber bald w.o, weil die meterhohen Wellen viel Gischt auf den Weg spritzten, wir wären sicher geduscht worden.
Der Montagmorgen brachte uns die bisher niedrigste Temperatur: 8 Grad um viertel 9, als der Bäcker kam. Aber Tags über sehr sonnig und wieder über 20 Grad bei mal mehr, mal weniger, mal gar keinem Wind. Am Dienstag ebenfalls ein Frühlingstag, zu Mittag kam der Griller zum Einsatz. Das Meer war unverändert stürmisch, aber da ich mein Standup-Paddelboard eh nicht mit hab, spielt das auch keine Rolle. Woher der Schaum bei den Felsen kommt, wäre interessant zu wissen. Oder doch lieber nicht .... Und das Abendrot zeigte sich heute mal nicht am Meer, sondern über unserer Bucht.
Mittwoch, 24.1. - der erste Tag unserer 4ten Woche am Bai dei Coralli und der 30. Tag unserer "Reise" insgesamt. Wieder ein Frühlingstag, den wir zu einem ausgiebigen Spaziergang nutzen: 5,5 km am Meer entlang ins Nachbardorf Punta Secca, wo wir auf einen Kaffee einkehren, dann wieder zurück zum Camp.
Einen faszinierenden Gummibaum sehen wir in Punta Secca, eine Ziegenherde stellt sich uns kurz vor dem Camp in den Weg. Unterwegs erhalte ich einen Anruf von den Feldkirchnern am Nebenplatz, sie erwarten uns zu Eis mit Erdbeeren und Schlag, Prosecco und so. Wir sitzen fast 2 Stunden in der warmen Sonne, während Momo sich im WoMo etwas niedergelegt hat ...
Heute Donnerstag steht ein gemeinsames Mittagessen mit Doris und Wolfgang sowie den Bambergern Bärbl und Klaus im Delfino in Marina di Ragusa am Programm. Da die Pizzeria Chapeau  geschlossen hat, es aber im Restaurant Delfino auch Mittags (sehr gute) Pizza gibt, waren wir eigentlich auf Pizza eingestellt - leider hat das Delfino aber einen kurzfristigen Betriebsurlaub eingeschoben. Somit fällt Pizza aus, beim Fischrestaurant nebenan schreckten uns die Preise ab, so bleibt uns nur das Restaurant Pescaria an der Ecke der Piazza Malta. Ich versuchte mich mit Schalentierchen, Brigitte nahm Gnocchi mit Pilzen und Garnelen ...
Das frühlingshafte Wetter nutzten wir am Freitag zu einem Ausflug in die Nachbarstadt Scoglitti. Wir fuhren der Küste entlang an gelb blühenden Blumenwiesen vorbei durch den Ferienort Kamerina, der so wie alle Ferienorte ziemlich ausgestorben ist, Campingplatz gibt es hier auch keinen, dafür aber über 2000 Jahre alte Reste einer antiken Stadtmauer samt Athenatempel sowie Reste von Wohnhäusern. Scoglitti ist ein sehr nettes Städtchen, leider ist praktisch das ganze Hinterland und die Küste in Richtung Gela von den Plastikplanen der Treibhäuser für Frühjahrsgemüse geprägt. Die Fahrt auf der Küstenstraße westwärts geht kilometerlang an solchen Treibhäusern entlang. Viele Reste von Plastikplanen sowie Porozellverpackungen und sonstige Abfälle landen durch Regengüsse und Wind im Meer. Umweltbewusstsein wird hier leider noch sehr klein geschrieben.  Neben vielen offenen Kaffeehäusern (mit köstlichen Süßigkeiten) und Eisdielen, jedoch gibt es leider keine Pizza zu Mittag. Schön langsam aber sicher bricht bei uns der Pizza-Notstand aus.
Sonntag war wieder Drohnenwetter, heute flog ich am anderen Ende der Bucht, wo noch ein fünfter Campingplatz ist - und der (leider dem Verfall preis gegebene) Torre Vigliena. Der Torre Vigliena oder auch Torre del Bracello ist ein Küstenwehrturm, er wurde in den Jahren 1595 - 1607 am Ende des Braccio della Colombara erbaut. Er war mit Kanonen bewaffnet und drinnen waren zwei Soldaten und ein Korporal, der sie befehligte (Wikipedia). Punta Braccetto ist ein reiner Ferienort mit nur an die 70 ständig hier lebenden Leuten - und gehört zu zwei Gemeinden: ein Teil zu Ragusa (73.000 EW), der andere zu Santa Croce (11.000 EW). Am westlichen Ende beginnt das Naturreservat von Randello (Naturreservat Forestale), der fast 2 Kilometer lange Strand besteht aus feinem Sand und sanft abfallenden Meeresböden. Und wie es in Sizilien halt leider üblich ist, wird viel Müll nicht in den zahlreichen Mülltonnen entsorgt, sondern einfach am Straßenrand, auf den umliegenden Wiesen - und auch im Naturreservat.
Kultur am Montag, den 29. Jänner. Wir "rollern" nach Comiso, gut 20 km von Punta Braccetto entfernt und besichtigen die Chiesa Madre sowie die Basilica Maria SS Annunziata, beides barocke Meisterwerke.
Anni und Norbert, unsere "Sonnenbäcker" aus Feldkirchen, werden sich morgen auf die Heimreise machen, der Betrieb ruft .... Wir fahren zur Büffelfarm Agr. Magazze und holen Büffelmozarella, dann noch in Santa Crocce Oliven, Tomaten, Käse, Schinken und Salami sowie in einer Konditorei Süßigkeiten - gemeinsam verspeisen wir die Köstlichkeiten in der warmen Sonne vor dem WoMo. Auf der Strecke zur Büffelfarm sind viele Bäume bereits in voller Blüte - nicht nur fürs Auge ein Genuss, auch die Nase freut sich. Mit dem zweiten Vollmond des Monats endet der Jänner - und unser 37. Tag im heuer wahrlich sehr warmen und SONNIGEN SÜDEN ....
Wie es uns im
Februar erging, ist hier zu lesen.