SÜDITALIEN und SIZILIEN
eine etwas längere Reise in den sonnigeren und vor allem WÄRMEREN Süden


Davon geträumt haben wir schon viele Jahre, darüber geredet auch. Und jetzt ist es so weit: wir starten zu unserer ERSTEN ÜBERWINTERUNG in den Süden. Wir waren zwar schon einige Male für 3 Wochen im Winter in Kalabrien bzw. Sizilien, aber da waren immer die Gedanken an die baldige Rückreise zur Arbeit und in das Büro mit dabei. Dieses Mal ist es so, dass mich der Ruf der Arbeit nicht mehr erreichen wird - alles ist halt auch eine Erscheinung des fortgeschrittenen Alters ...

Sonntag, 25.12.2016
Um halb 11 Uhr machen wir uns bei Minusgraden auf die Reise. Bei Venedig biegen wir links ab und fahren bei Schönstwetter, fast null Verkehr und 15 Grad entlang der Küste über Ravenna und Cesena bis nach Cattolica, wo wir die Abfahrt nach Tavullia nehmen (Mautkosten: 21,90, Kilometer: 462). Tavullia ist ein kleines Bergdorf, gute 10 km von der Küste entfernt - und die Heimat von Valentino Rossi. Überall ist die Nummer 46 zu sehen, auf jedem Geschäft picken die Buchstaben VR. Und im Dorfzentrum gilt Tempo 46 ... Wir parken mit Erlaubnis des Pfarrers und Gottes Segen am Parkplatz vor der Kirche, spazieren durch das weihnachtlich geschmückte Dorf und verbringen eine ruhige Nacht.

Montag, 26.12.
Ein paar Kilometer außerhalb von Tavullia liegt die Ortschaft Gradara mit der bekannten und sehr mächtigen Festung aus dem 13. Jahrhundert, die wir ausgiebig besichtigen, bevor wir uns auf die Weiterreise machen. Es ist wieder strahlend blau und hat bis 18 Grad.
Gegen Abend erreichen wir nach 520 km und 25,40 Mautkosten Andria und fahren von dort zum WoMo-Stellplatz gleich nach dem Castel del Monte. Ein kurzer Spaziergang, das war es dann für heute und wir verbringen unsere hundertste Nacht des heurigen Jahres im Wohnmobil.

Dienstag, 27.12.
Warm und keine Wolke am Himmel. Wir spazieren die paar hundert Meter zum berühmtesten Stauferbau Italiens und auch Weltkulturerbe der UNESCO. Der Bau aus dem 13. Jahrhundert ist achteckig, hat acht Türme, 3 Etagen und wurde vom Erbauer Kaiser Friedrich II. mehrmals im Jahr bei Jagdausflügen besucht, später wurde er als Kindergefängnis benutzt. Viele Hunde tummeln sich im sehr gepflegten Garten rund die imposante Festung ...

Am Nachmittag machen wir uns auf die Weiterfahrt. Der Diesel ist hier im Süden etwas günstiger als im Norden, kostet aber immer noch 1,40 EURO. Wir fahren an Bari vorbei, "besichtigen" Brindisi und Lecce aus der Ferne und erreichen am Nachmittag bei 21 Grad unser Ziel, den Campingplatz  La Masseria in Gallipoli, 238 km weiter südlich. Wir parken neben einem WoMo aus Feldkirchen ein, einige Schweizer und Italiener stehen auch am Camp - und natürlich an die 25 Überwinterer aus Deutschland. Gesamt-Km bis hierher: 1.220

Mittwoch, 28.12.
Es hat über Nacht abgekühlt, der Nordwind bläst teilweise recht kräftig. Aber ein Spaziergang ins 3 km entfernte Dorf geht sich locker aus. Die süditalienische Hafenstadt Gallipoli wurde vor ca. 2.400 Jahren von griechischen Kolonisten gegründet, hat etwa 20.000 Einwohner, ein mächtiges Kastell aus dem 13. Jahrhundert, einen Kathedrale aus dem 17. und einen Bahnhof. Es werden Weine und Olivenöl produziert, eine wichtige Rolle spielen neben dem Fischfang auch der Tourismus und die Kunst. Viele kleine Art-Shops sind in den verwinkelten Gassen zu finden und an der Rundumpromenade gibt es einige tolle Figuren (z.B. Maria und Josef mit dem Jesuskind auf der Weiterreise) zu besichtigen
 

Donnerstag, 29.12.
Teilweise Wolken, teilweise blauer Himmel. Und immer wieder Windböen, die das WoMo ordentlich schaukeln lassen. Vor dem Auto in der Sonne ist es angenehm warm, ein paar Schritte seitlich im Schatten aber recht frisch. Meine Verkühlung, mit der ich von Villach losgefahren bin, hat sich verschoben - zu Brigitte. Ihr Hals schmerzt, ihre Augen tränen, ihr Kopf tut ordentlich weh. Und ihr Husten klingt sehr ausbaufähig. Also erkunde ich die Umgebung vom Camp halt alleine. Viel ist ja nicht zu sehen: das geschlossene Aqualand und ein alter Turm, der aber nicht bestiegen werden kann.

Freitag, 30.12.
Heute Freitag erfahren wir von Bekannten, dass es in Ostsizilien leichtes Schneetreiben gab. Da sind wir hier direkt wetterbegünstigt. Wind und Seegang haben etwas nachgelassen, nur die Temperaturen steigen nicht über 10 Grad. Die Prognose für morgen Früh: 3 Grad, tagsüber soll es an die 14 erreichen.

Samstag, 31.12. - der letzte Tag vom Jahr 2016
Schon in der Früh fällt es auf: der Wind hat stark nachgelassen und die Temperaturen sind gestiegen, wir beginnen den Tag mit 6 Grad, tagsüber werden es 15 und ich verbringe viel Zeit am Sessel vor dem WoMo in der Wider"hitze".  Am Abend gibt es unser traditionelles Silvestermenü und wir harren der Dinge, die uns das Jahr 2017 bringen wird.

Sonntag, 1.1.2017 und die nächsten Tage
Der Himmel ist meistens blau, der Wind schwach. So von 11 Uhr bis ca. 14:30 lässt es sich vor dem WoMo in der Sonne bei ca. 15 Grad sehr gut aushalten. Die übrige Zeit verbringen wir mit Spaziergängen und Ausflügen in der näheren Umgebung.
17 km nördlich vom Camp ist die Stadt Nardo, die eine über 2.500 Jahre lange Geschichte hat, im 18. Jahrhundert von einem Erdbeben großteils zerstört und wieder aufgebaut wurde. Tolle Sehenswürdigkeiten sind das Castello (15. - 19. Jhdt), die Chiesa di San Domenico (16.) und die Kathedrale (11.). Faszinierend sind die vielen Bildhauerarbeiten an den Gebäuden.
Die Küste in diesem Gebiet wird von vielen Türmen dominiert, die dem Schutz des Landes vor Angriffen von See (vor allem durch die Türken) dienten. Manche sind noch sehr gut erhalten, von einigen sind nur mehr Reste zu sehen. Der Torre dell'Alto (16. Jahrhundert) mit seiner imposanten Außenstiege  ist 14 Meter hoch und diente nicht nur der Verteidigung, der Legende nach wurden Verurteilte vom Turm über die Klippen ins Meer geworfen.
 

Donnerstag, 5. Jänner und die nächsten Tage
Das Tief, das derzeit in Österreich für viele Minusgrade und auch einiges an Schnee sorgt, strahlt heute bis an den Absatz von Italien aus. Jetzt am Donnerstag-Abend bläst ein saukalter, böiger und teilweise orkanartiger Wind und sorgt für "Innendienst" im Wohnmobil. Am Vormittag konnten wir bei 12 Grad noch einen ausgiebigen Spaziergang unternehmen und uns vom süditalienischen Umweltbewusstsein überzeugen ...
 
Das Wetter wurde am Freitag und Samstag noch ärger, in der Früh waren es frostige -2 Grad,  tagsüber stieg die Temperatur nicht über 4 Grad. Samstag-Vormittag gab es noch ein ordentliches Schneegestöber. Aber trotzdem alles halb so schlimm, wenn man weiß, dass es in Villach in der Früh -16 Grad hatte und am Dobratschgipfel satte -29. Ein paar Tage soll das Tief hier noch wirksam sein, dann wird es wieder bergauf gehen. Hoffen wir halt ...
Auch am Sonntag sah es noch nicht gut aus, es hat in der Nacht 5 cm geschneit und war saukalt in der Früh. Die Bäckerei am Camp bekam kein Brot geliefert, die Straßen waren für die Sommerreifen der Italiener nicht befahrbar. Auch der nahe Supermarkt blieb geschlossen, vermutlich wollte niemand vom Personal auf die Straße bzw. ins Geschäft.
 
Die Wetterlage hat sich bis Mittwoch stabilisiert: es schneit nicht mehr, es regnet auch nicht mehr. Viel wärmer ist es allerdings auch nicht geworden, die Tageshöchstwerte erreichen maximal 7 Grad, aber in der Sonne vor dem WoMo lässt es sich immer wieder aushalten. Nicht stundenlang, aber immerhin ...
Wir spazieren in der Nähe vom Camp und auch der Roller kommt zum Einsatz: In Gallipoli gibt es die Konditorei Martinucci, wo wir uns mit tollen Mehlspeisen verwöhnen, und am Mittwoch findet der wöchentliche Markt statt, den wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen. Angeboten werden neben örtlichen Spezialitäten, wie diversen Käsesorten und Salamis, vor allem chinesische Qualitätswaren ...
 
In den Nachrichten erfahren wir, dass es am Balkan und auf den griechischen Inseln sehr kalt ist und auch enorme Mengen Schnee gefallen sind. Das ist natürlich auch ein Grund, warum es hier am Abstatz Italiens kalt ist, während es in Richtung Sizilien um ein paar Grad wärmer ist. Also machen wir hier in Gallipoli Schluss und brechen am Donnerstag auf, Ziel ist der Camp Punta Alice in Ciro Marina.
Donnerstag, 12. 1. und die nächsten Tage
3 Grad in der Früh, aber das ist uns egal, wir machen uns auf die Reise, gemeinsam mit Anna und Norbert aus Feldkirchen, die am Camp La Masseria neben uns standen und auch am Weg nach Sizilien sind. 345 km fahren wir bei Schönstwetter und steigenden Temperaturen über Lecce, Brindisi, Taranto und Corigliano nach Ciro' Marina zum
Camping PUNTA ALICE. Es hat um 20 Uhr noch 8 Grad und der Vollmond strahlt vom wolkenlosen Himmel. Die Wetterprognose für die nächsten Tage ist ganz gut, es soll zwischen 8 und 14 Grad bei ziemlich viel Sonne geben.  1.565 km sind wir bisher gefahren, der Diesel kostet so zwischen 1,37  und 1,50 €.
 
Ciro' Marina ist ein nettes Städtchen mit einem ewig laaaaaangen Sandstrand und vielen (derzeit) geschlossenen Pizzerien, Eisdielen usw. Im Restaurant MAX essen wir sehr gut zu Mittag, danach gab es wieder einmal die köstlichen italienischen Süssigkeiten zum Cappucino.
Am Samstag, den 14. machten wir uns auf die Weiterreise, wir fuhren bei sehr viel Sonne entlang der Küste über Catanzaro nach Villa San Giovanni und von dort mit der Fähre nach Messina und weiter nach Giardini Naxos, wo wir uns für die Nacht auf den Stellplatz Eden stellten.
3 Wochen sind wir bisher in Apulien und Kalabrien unterwegs gewesen, die nächsten Wochen verbringen wir auf Sizilien - und was wir da so machten, steht hier ...