Sizilienrundreise September 2010


Freitag, 17.09.

Abfahrt erst nach Mittag statt wie geplant 3 Stunden früher, daher nur 560 km gefahren (Regen am Anfang, Sonne gegen Schluss) und ein paar km nach Florenz die Nacht auf einem Autobahnrastplatz verbracht.


Samstag, 18.09.
Blauer Himmel begleitet uns auf den 880 km über Neapel (Maut bis hierher 57,-) Sowas von dreckig schon bei der Vorbeifahrt, wie sieht es erst in der Stadt aus, das gleiche gilt auch für Pompej) Mehr oder wenig zügig (es gibt auch hier Autobahnbaustellen) geht's bis nach San Giovanni, wo wir bei Sonnenuntergang eintreffen und nach Sizilien fähren (68,50 hin und retour).
Die Nacht verbringen wir am Campingplatz dello Stretto (12,- mit ACSI), ein paar Kilometer außerhalb von Messina.


Sonntag, 19.09.
31 Grad um halb 10 versprechen einen heißen Tag. Grad richtig für die Besichtigung von Taormina. In einem Stellplatzführer ist ein Parkplatz im Ort angegeben, wo aber nix mit parken ist, nur für Reisebusse und Zubringer. Und in der riesigen Garage verlangen sie für 3 Stunden 30 Euro. Nein, danke, das muss nicht sein. Also wieder hinab vom Berg und eher zufällig sieht Brigitte im Vorbeifahren eine Tafel Camper-Parkplatz. Na also, bis 19 Uhr hat er offen, das Auto steht im Schatten (gut für die Hunde) und kostet 15 Euro.

Wir spazieren das Stück zurück zur Kabinenbahn (3,50 pro Person) und fahren nach Taormina bequem ein paar Minuten aufwärts. Der Ort selber ist einfach Klasse, enge Gassen, viele blumengeschmückte Häuser, ein Souvenirladen neben dem anderen - und Eisgeschäfte bzw. Konditoreien. Und Köstlichkeiten gibt es zum Kaffee ....
Ein Fußweg zwischen Felsen und riesigen Kakteen führt zum Castello Saraceno, von wo wir einen herrlichen Blick aufs Meer und die Umgebung geniessen. Brigitte war von Aufstieg leicht gezeichnet, sie hat laut eigenen Angaben einige Sünden (welche nur ?) abgearbeitet. Gegen 16 Uhr sind wir wieder beim WoMo und fahren ca. 25 km weiter nach Fondanello/Mascali, wo wir uns auf dem Camp Mokambo niederlassen.

Und am Abend kommen wir drauf, dass wir uns gegenseitig darauf verlassen haben, die ORF-Karte eingepackt zu haben. Na gut, gibt's halt kein ORF-TV-Programm (außer ZIB) die nächste Zeit, Ö3 ist aber free on air.


Montag, 20.09.
Herrlichster Sonnenschein, angenehme 26 Grad am Vormittag, zum Glück nicht so heiß wie gestern. Nur der Ätna ist in Wolken gehüllt. Und tun tun wir nichts heute. Ein bissl herumsitzen, schaun, lesen, am Rücken kratzen und wieder herumschauen. Urlaub halt. Oder was man darunter sonst noch versteht bzw. verstehen kann ..

Am späteren Nachmittag ins Meer gesprungen, hat sicher noch 25 Grad. Brigitte wagte auch einen Kurzausflug ins Wasser, wurde jedoch von einer ziemlich großen Welle unsanft an Land zurück geschickt. Haltet das Wasser rein ....


Dienstag, 21.09.
Ein fauler Ruhetag vor und im WoMo. Sonnig, heiß, wenig bis gar keine Wolken. Laufe am Vormittag 10 km, danach ist Ruhe angesagt. Am Nachmittag dann mit dem Rad ins nahe Dorf und Fische gekauft, gegen Abend dann den Griller in Betrieb genommen. Dann noch gemeinsam ins Dorf geradelt (Insektenspray gekauft), dann weitergeurlaubt. Um 20 Uhr in der Camp-Arena einen Film über den Vesuv angesehen. 


Mittwoch, 22.09.
Gegen Mittag 45,- für die 3 Nächte gezahlt und uns zu einer Ätna-Umrundung aufgemacht. Über Giarre, Linguaglosso, Randazzo (Besichtigung), Bronte fahren wir zwischen vielen Pfirsich- Orangen- Zitronen- und Kakteenplantagen meistens parallel mit der Eisenbahn, die hier als Alternative für Nicht-Selbstfahrer angeboten wird. Bei Paterno verlassen wir die Rundstrecke und fahren über Nicolosi ins Rifugio Sapienza, wo wir am riesigen Parkplatz die Nacht verbringen - und ein mittleres Gewitter in 1900 Meter Seehöhe serviert bekommen. Gegen 20 Uhr ist es wieder wolkenlos und wir haben einen wunderbaren Ausblick auf das Lichtermeer von Catania. Parktickes gibt es keine mehr, stehen daher gratis.

Kirche von Randazzo


Donnerstag, 23.09.
Sonnenschein, kaum Wolken, gar nicht kalt. Um halb 9 sperren Parkticketschalter (10,- für 24 Stunden/WoMo) und Kabinenbahn auf, wir kaufen um je 52,- ein Ticket für die Bahn und den Jeeptransport zum Torre del Filosofo, wo vom verschütteten Refugio nur die Antenne und ein Teil des Daches aus der Lava herausschauen. Gigantischer Anblick bzw. Ausblick auf die großen Lavafelder von den letzten Ausbrüchen, der Gipfel samt Hauptkrater ist in den dichten Rauchwolken, die vom aktiven Nebenkrater in 3.100 Meter entweichen, verhüllt. Wir haben Glück, die ganze Zeit scheint die Sonne, erst am Rückweg (wir fahren NICHT mit dem Jeep) ziehen dichte Wolken auf, bald ist der Ätna bis auf 2400 Meter herab in den Wolken verschwunden, später am Nachmittag auch das Refugio Sapienza. Wir entschließen uns, die Nacht hier heroben zu verbringen, was wir morgen machen werden, ist derzeit noch nicht bekannt...


Freitag, 24.09.
Starker Wind in der Früh, dafür der Gipfel frei zu sehen. Aber ganz oben wird es keinen Wind geben sondern sicher Sturm. Gut, dass wir gestern oben waren. Machen uns nach dem Frühstück auf den Weg ins Tal, nicht jedoch ohne einen Lavabrocken mit ca. 20 kg für unseren Garten mitzunehmen.  Unser heutiges Ziel ist Siracusa, wo wir das WoMo auf einem großen Parkplatz beim kleinen Hafen abstellen und dann durch den historischen Teil spazieren.

Dom von SiracusaVogel mit Pirvat-Toilette

Anschließend besichtigen wir noch die Büserkirche Santuario della Madonna delle Lacrime (ein sehr interessantes Bauwerk) und kaufen 2 Kilo frisch geerntete Pfirsiche um einen Euro.

die Büserkirchedie Madonna ganz oben ...

So gegen 17 Uhr  verlassen wir Siracusa - die Totenstadt von Pantalica mit 5000 Felsengräbern ist unser nächstes Ziel. Ewig und noch länger kurven wir ca. 40 km durch die Gegend, schmale und noch schmälere Dorfdurchfahrten sind zu bewältigen, bis wir endlich am Ziel ankommen - und enttäuscht sind. Hoch in Felswänden sind die Löcher der Gräber zu sehen, zu Fuß nicht erreichbar. Dafür gibt es mehrere Botanik-Lehrpfade zu bewandern. Allerdings mehr in der Frühlings- und Sommersaison. Und das Beste: Die "Straße" endet hier beim (geschlossenen) Tickethäuschen. Aus und Schluss ohne jede Vorwarnung bzw. Ankündigung, nicht einmal der Parkplatz war offen. Also mach von meiner Fahrprüfung gleich den 2. Teil (ca. 500 Meter im Retourgang) und wir fahren wieder ins Tal zurück, die Nacht verbringen wir auf einem Parkplatz.


Samstag, 25.09.
Sage und schreibe 33 km fahren wir heute, bis wir am Lido di Noto Marina eintreffen. Ein wunderschöner und gepflegter Sandstrand lädt uns zum bleiben ein. Zum Glück haben wir aber im Grand-Hotel keine Suite gebucht.

20 Minuten baden und trotz ziemlicher Hitze eine größere Radrunde sind die ganzen Aktivitäten.


Sonntag, 26.09.
Der gestrige Tag war so inspirierend, wir bringen ohne Probleme wieder einen Fauli-Tag zusammen. Und damit ich nicht ganz einroste, laufe ich eine Stunde am Meer entlang und sehe viele tolle Villen von den "Armen".  Am Abend dann noch eine Radrunde und ab ins Bettchen.


Montag, 27.09.
Irgend jemand hat des Nachts den ganzen Himmel mit Wolken vollgestopft. Passt uns aber ganz gut, es stehen wieder Besichtigungen am Programm - Cava d'Inspica. Im 13 km langen Tal gibt es 100e in Fels gehauene Höhlen, die in prähistorischer Zeit als Wohnungen bzw. Begräbnisstätten genutzt wurden und heute bis auf ganz wenige Ausnahmen dem Verfall preisgegeben sind. Eine Mühle, die seit Jahrhunderten in Familienbesitz ist und heute noch mahlt, gibt es auch zu besichtigen. Eine Wanderung zu renovierten Höhlen sagen wir zwex Regenwetter ab.

Weiter fahren wir nach Modica (UNESCO-Weltkulturerbe seit 2002) mit der Chiesa San Giorgio als Wahrzeichen. 250 Stufen führen über eine Freitreppe zur wunderschönen Kirche. Modica lebt überhaupt von Stufen. Das Tal ist sehr schmal, der Großteil der Häuser ist links und rechts auf den Hängen platziert, ebenso die Kirchen.

 

Gegen Abend erreichen wir bei strömendem Regen den von A+A empfohlenen Campingplatz "Scarabeo 2" kurz vor Santa Croce, so ziemlich am südlichsten Zipfel von Sizilien. Es ist ein neuerer und sehr schöner ACSI-Platz mit einer Besonderheit: pro Stellplatz steht ein eigenes WC zur Verfügung, den Schlüssel dazu erhält man bei der Anmeldung.


Dienstag, 28.09.
Sonnenschein pur am Tag - Regen in der Nacht. Spiele wieder Urlauber und nicht viel bzw. noch weniger. Das Meer ist angenehm warm, der Sandstrand sehr sauber, die Umgebung schön. Es ist zum aushalten ...


Mittwoch, 29.09.
Es nutzte nichts, wir machten uns wieder auf die Reise. Ziel ist Caltagirone - die Keramikstadt -, etwa 70 km entfernt im Landesinneren.

Wir besichtigen die Stadt, erhalten dann von zu Hause eine schlechte Nachricht, ein sehr schwerer Krankheitsfall in der Familie. Wir machen uns auf den Weg zurück nach Messina, nehmen die nächste Fähre sind gegen 21 Uhr wieder am Festland. Ich fahre noch 40 km, dann verbringen wir die Nacht auf einem Tankstellenparkplatz. Donnerstag dann den ganzen Tag auf der Autobahn bis kurz vor Venedig, Freitag Vormittag waren wir dann wieder in Villach.