eine kleine Rundfahrt

Kulm - Bad Mitterndorf - Hallstatt - Bad Ischl - St. Wolfgang -

Mondsee - Gmunden - Pöchlarn - Eisenerz

dank Corona entdecken wir ein paar schöne Orte Österreichs ...

 

Dienstag, 2. Juni
Am späteren Vormittag fuhren wir los, machten noch einen Abstecher zur Fa. HelGru, dann waren wir auf der Tauernautobahn ziemlich einsam in Richtung Salzburg unterwegs. Erstes Ziel war Ramsau, wir wollten zum Skywalk auf den Dachstein. Bei der Mautstation Ramsau prüften wir das Wetter am Gletscher via WebCam und entschlossen uns, nicht hinauf zu fahren. Die Bergstation der Bahn und der Skywalk waren ziemlich eingenebelt, auch wehte ein "mittelstarker" Wind bei minus 2 Grad. So fuhren wir weiter zur Flugschanze am Kulm, das letzte Mal war ich hier, als Thomas Morgenstern seinen fatalen Sturz baute. Bei sommerlichen Temperaturen wanderten wir bis ganz hinauf zum Ablauf - immer wieder faszinierend, auf solchen riesigen Schanzen zu stehen und hinunter zu schauen.

Nach einem Besuch beim Billa in Bad Mitterndorf, einem ausgiebigen Rundgang durch das nette Städtchen und Besuch in einer Konditorei machten wir uns auf die (erfolglose) Suche nach einem Stellplatz, so dass wir wieder bei der Flugschanze landeten.
Mittwoch, 3. Juni
Teilweise Starkregen in der Nacht, in der Früh strahlte aber wieder die Sonne vom Himmel. Wir fuhren vom Kulm nach Bad Aussee, bogen dort links ab und erreichten nach einer dreiviertel Stunde und 33 km den Campingplatz Klausner-Höll am südlichen Rand von Hallstatt. Irgendwie ein komisches Gefühl, wenn von 26 Wohnmobilen 25 ein österreichisches Kennzeichen haben. Man fühlt sich fast wie daheim ....
Am späteren Vormittag machten wir uns auf eine ausgiebige Besichtigungsrunde, die wir mit einer einstündigen E-Bootsfahrt krönten. Der Tag klang mit Nixtun bzw. in der warmen Sonne sitzen aus. Gegen 20 Uhr zieht ein ordentliches Gewitter mit Sturm und Regen über den Platz.
Zusammen mit dem Dachstein und dem Inneren Salzkammergut gehört Hallstatt zur UNESCO-Welterbestätte Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut. Nach Funden in einem ausgedehnten Gräberfeld oberhalb des Ortes wird ein Zeitabschnitt der älteren Eisenzeit (800 bis 450 v. Chr.) als Hallstattzeit bezeichnet.
Hallstatt war 2006 Drehort der südkoreanischen Fernsehserie Spring Waltz. Die Ortschaft diente den Serienmachern als perfekte malerische Kulisse, was in Ost- und Südostasien auf großes Interesse stieß und Hallstatt in diesen Ländern bekannt machte. 2011 wurde damit begonnen, Teile von Hallstatt für ein Wohnprojekt im Verwaltungsbezirk Boluo der Stadt Huizhou in der chinesischen Provinz Guangdong im Originalmaßstab nachzubauen. Die Siedlung für Wohlhabende wurde im Juni 2012 eröffnet.

Donnerstag, 4. Juni
Heute passt Rosa auf das WoMo auf, während wir am späteren Vormittag zur Salzbergbahn gehen und zu den Salzwelten auffahren. Erster Stop ist natürlich bei der Aussichtsplattform WELTERBE-Blick, hoch über Hallstatt. Dann gehen wir ca. 20 Minuten zum Tourstart, eine Stunde 20 dauert die interessante Führung (inklusive 2 Rutschen) durch Stollen und Kavernen. Man erfährt viel historisches und aktuelles zum Abbau des "weißen Goldes".

 

Den Nachmittag verbringen wir vor dem WoMo, gegen Abend spazieren wir nochmals nach Hallstatt auf ein Eis und kaufen Hallstatt-Bier und Hallstatt-Seife als Mitbringsel.
Freitag, 5. Juni
Schon wieder stimmt die Wettervorhersage nicht, der Regen bleibt aus - wir machen uns trocken auf den Weg nach Bad Ischl, ein Kurort östlich von Salzburg. Er gilt als Tor zu den Alpenseen und Bergen im Salzkammergut. In der im Biedermeierstil erbauten Kaiservilla können die Räume besichtigt werden, in denen der Habsburger Kaiser Franz Joseph l. einst die Sommermonate verbrachte. Auf dem Anwesen befindet sich auch das Marmorschlössl, ein Teehaus, das der Kaiser für seine Gemahlin Kaiserin Elisabeth (Sisi) errichten ließ. Heute beherbergt es das Photomuseum mit Ausstellungen zu den Anfängen der Fotografie. 

Im Internet findet man in unmittelbarer Nähe zur Kaiser-Villa einen Stellplatz, Wasser und Strom gratis. Natürlich fahren wir dort hin, doch leider - die extra gekennzeichneten WoMo-Plätze sind Teil eines großen öffentlichen Parkplatzes und von Ignoranten-PKWs besetzt. Fahre ich halt eine Stadtrunde und 1 km außerhalb finden wir einen großen Parkplatz (Parkplatz Siriuskogel, 47.704924, 13.625981), 4 Euro kosten 24 Stunden. Ca. 20 Minuten spazieren wir dann nach Bad Ischl und schauen uns an, was man sich halt so anschaut: die Kaiservilla von außen (öffnet erst am 15.), den Park mit vielen Blumen und einem Lusthaus. Dann spazieren wir durch die sehr schöne Stadt und landen schließlich beim Zauner. Gleich berühmt und bekannt wie das Sacher, nur nicht ganz so teuer.

Samstag, 6. Juni
Viel Sonne bei sommerlichen Graden begleitet uns nach St. Wolfgang am Wolfgangsee. Auch hier haben wir keine Glück mit einem zentrumsnahen Parkplatz, aber 500 m außerhalb ist ein Parkplatz. St. Wolfgang war uns bisher nur durch den Komponisten Ralph Benatzky und seinem "Weißen Rössl" bekannt - diese Bildungslücke haben wir heute geschlossen. Einfach sehenswert das kleine Städtchen direkt am Wolfgangsee.

St. Wolfgang nimmt in der Kulturgeschichte des Landes Oberösterreich einen hervorragenden Platz ein. Die Marktgemeinde liegt am Fuße des berühmten Schafberges (seit 1893 Zahnradbahn auf den 1783 m hohen Gipfel) am Nordufer des 13,5 qkm großen Aber- oder Wolfgangsee in 539 m Seehöhe als Luftkurort. Neues Aufleben und einen großen Aufschwung für St. Wolfgang brachte die nahe gelegene sommerliche Kaiserresidenz in Bad Ischl (1829-1916). Große Anziehung übt der See mit Schifffahrt und Schafbergbahn für die Gäste aus nah und fern aus.

Berühmte Malerpersönlichkeiten des 18. und 19. Jahrhunderts trugen den Charme St. Wolfgangs in die Welt hinaus und hinterließen ihre Spuren. Am 8. November 1930 hatte das Lustspiel "Im weißen Rössl am Wolfgangsee" Premiere in Berlin. Dieses für St. Wolfgang zum Welterfolg führende Volksrevuestück zog Filmgrößen aus aller Welt nach St. Wolfgang. Dies führte um 1930 dazu, dass sogar ein Flugverkehr zwischen Berlin und St. Wolfgang aufgenommen wurde. Gelandet wurde vor dem Grand Hotel mit einem Wasserflugzeug.

Sehr schön auch Mondsee am gleichnamigen See, ca. 30 km vom Wolfgangsee entfernt. Auch hier mussten wir etwas außerhalb parken, bei allen Parkplätzen in der Nähe vom Zentrum wird man von einer großen Tafel KEINE WOHNMOBILE begrüßt. Mondsee, an der Grenze zum Land Salzburg liegt am gleichnamigen See im oberösterreichischen Salzkammergut südwestlich des Attersees.  In der Nähe vom Südufer des Mondsee verläuft die Grenze zwischen Oberösterreich und dem Land Salzburg sowie zwischen den Kalkalpen im Süden und der Sandsteinzone. Markant ist auch die Drachenwand am Südwestufer.

Ende unseres heutigen Tagesprogrammes war in Gmunden, wo wir uns auf den Toscana-Parkplatz (ausgewiesen als WoMo-Stellplatz) beim Zugang zum Schloss Orth stellten. Die stilvolle Freizeitstadt Gmunden mit südlichem Charme hat seit ihrer Ernennung zur Kurstadt (1862) nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Ihre einmalige Lage am Ufer des Traunsees, umgeben von Bergen, bietet zusammen mit ihrer kulturellen Vergangenheit ein besonderes Flair, sie ist Drehort der Fernsehserie "Schlosshotel Orth"!
Es war schwül und gewittrig, blieb aber zum Glück trocken, als wir uns auf den Weg zum berühmten Schlosshotel machten. Auch dieser sonst hoffnungslos überlaufene Hotspot war kaum besucht.

Sonntag, 7. Juni
Am Vormittag spazieren wir noch zum Schloss Traunsee, das im Besitz der Republik Österreich ist und nicht zur Besichtigung freigegeben wurde. Es beherbergt  ein Internat für Schülerinnen und Schüler des angeschlossenen Bundesrealgymnasium/BORG Schloss Traunsee. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde wird das Schloss auch für kulturelle Veranstaltungen (Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Trauungen in Zusammenarbeit mit dem Standesamt Altmünster) genutzt. Das Schloss ist in Form eines unregelmäßigen Fünfecks errichtet. Die Ecktürme sind von massigen Satteldächern eingedeckt. Ein Eckturm ist als polygonaler Turm mit Spitzdach und Laterne ausgeführt.

Im Internet finde ich zwei interessante Schlösser in relativer Nähe, die wir uns näher anschauen wollen. Das erste ist die Burg Altpernstein, eine mittelalterliche Burg in Micheldorf in Oberösterreich, nahe Kirchdorf an der Krems. Sie liegt als Spornburg mit einem Halsgraben an einem Hang ihres Hausberges Hirschwaldstein. Leider hat das Wetter nicht mitgespielt, es gab einen festen Regenguss, der Gastgarten wurde rasch geräumt, die Lokalität in der Burg geschlossen. Na gut, mach ich halt nur ein paar Fotos ...

15 km weiter südlich liegt Schloss Klaus, deren Anfänge bis zum 12. Jahrhundert zurückgehen. Anfangs handelte es sich um eine Festung an der Straße durch die Talenge bei Klaus an der Pyhrnbahn. Heute ist das imposante Gebäude ein evangelisches Jugendfreizeitzentrum und Bildungshaus. Die Anlage liegt auf einem Felsvorsprung im Steyrtal, am Fuße des Berges Brennet, dem südlichsten Ausläufer der Kremsmauer. Zur Zeit wird gerade umgebaut, eine Besichtigung war nur von außen möglich.

Die Nacht verbrachten wir ruhig und ungestört am Parkplatz des (derzeit geschlossenen) Gasthauses Seeblick am Steyr-Stausee mit Blick auf Schloss Klaus.
Montag, 8. Juni
Über Steyr fahren wir zu unserem heutigen Ziel - der Nibelungenstadt Pöchlarn, wo wir mittags von unseren WoMo-Freunden Gabi und Herbert erwartet werden. Danke für die Einladung und den "privat-Stellplatz" und ....
Das Wetter war nicht gar so gut, aber ein Spaziergang nach dem Mittagessen (im Waldgasthaus Steinbründl) entlang des Donauufers und dem Mündungsbereich der Erlauf ging sich schon aus.

Dienstag, 9. Juni
Am späteren Vormittag fuhr Herbert mit uns in die Nähe der Staumauer von Melk, wir machten einen Spaziergang zur und auf die Mauer, blickten auf Stift Melk und fuhren wieder zurück nach Pöchlarn, Gabi hat inzwischen aufgekocht.

 

Am Nachmittag machten wir uns auf die Weiterreise, wir fuhren über Purgstall und Scheibbs nach Eisenerz zum WoMo-Stellplatz in der Hans-von-der-Sann-Straße, nahe dem Stadtzentrum. Das Wetter war gut, wir machten uns gleich auf eine Besichtigungstour.

Leider sind derzeit noch keine Besichtigungstouren am Erzberg möglich, die Hauly-Fahrt muss ein anderes Mal stattfinden.
Mittwoch, 10. Juni
Regen in der Nacht, Regen in der Früh. Aber das macht nichts, wir hatten sowieso vor, heute nach Hause zu fahren - und das taten wir dann auch. Zu Mittag endete unsere erste intensivere Österreich-Fahrt nach 907 km und 16:04 Stunden reiner Fahrzeit. Gesamt Km-Stand: 29.764 km