Westkalabrien

 

KALABRIENs WESTKÜSTE

von der Südostküste an die Westküste
Dienstag, 5. März, wieder Postkartenwetter für die Weiterreise. Sehr weit fahren wir aber nicht, nur an Reggio Calabria vorbei und kurz danach sind wir in Scilla, einem Fischerdorf mit verwinkelten Gassen und dem mächtigen Kastell Ruffo auf einer Anhöhe am Meer mit sehr schönem Ausblick auf die Straße von Messina. Eine sehr helle und sehenswerte Kirche liegt am Fuße des Castello, die Chiesa Maria SS. Immacolata mit einem tollen Mosaik im Altarbereich. Schön auch die Oberstadt mit der Chiesa dello Spirito Santo. Der WoMo-Stellplatz liegt am Südende der Bucht und lässt sich die gute Lage samt Traumaussicht auf Scilla gut bezahlen: 20 Euro pro Nacht ...
Wir fahren am Vormittag 185 km weiter bis Diamante und parken für die nächsten Tage am Stellplatz Lido Tropical direkt am Meer und einen Kilometer vom Stadtzentrum ein.
Bekannt ist Diamante durch seine im Jahre 1981 von 80 Künstlern gestalteten Wandmalereien, die Murales. 1986 wurden sie von Dichtern mit Texten ergänzt, jetzt verblasst ihr ehemalige Farbenpracht langsam, teilweise ist nicht mehr viel davon zu sehen. Einige der Malereien wurden jedoch in den letzten Jahren restauriert, auch sind ein paar neue Werke dazugekommen.
Eigentlich wollten wir nur faul am Strand liegen, aber daraus wurde doch nichts. Es gibt ja soviel zu entdecken, zum Beispiel am Samstag, den 9. März das Dorf Belvedere Marittimo, 6 km südlich von Diamante. Beherrscht wird das Dorf von einer mächtigen, aber leider nicht zur Besichtigung freigegeben Festung.
Auch am Sonntag perfektes Ausflugwetter, wir fuhren ins 5 km nördlich liegende Cirella und besichtigten die Reste von einer alten, aber sehr mächtigen Festungsanlage, 205 Meter über dem Meer - und sahen weiter im Hinterland noch zwei tolle Dörfer, hoch oben auf den Felsen thronend.
Nach der Mittagspause (ja, auch Urlauber brauchen Pause) fuhren wir wieder nach Cirella  und von dort ins erste, nähere der beiden Dörfer: Maiera (360 m hoch gelegen). In den engen Gassen der Altstadt sind verschiedene Werke moderner Kunst, Wandmalereien und Keramikarbeiten verschiedener Künstler (einige von japanischen Künstlern ...) zu sehen, die geschaffen wurden, um die Vergangenheit der Moderne zu bezeugen. Und eine Besonderheit entdeckten wir auch: die örtliche Kirche hat keinen Turm, die Glocken hängen frei neben dem Tor.
Das Dorf ist vom Nachbardorf Grisolia durch das "Tal der Mühlen" getrennt, wo man noch heute vom antiken Platz aus die Überreste uralter Mühlen aus Stein bewundern kann. Einer Volkslegende zufolge waren Maierà und Grisolia vom Willen Gottes getrennt, um den Streit zwischen einem jungen Majeraioto und einem jungen Grisolia um die Liebe zu demselben Mädchen von Grisolia zu beenden! Also hat die Liebe schon immer große Gräben verursacht ....
Dienstag, 12. März: eigentlich wollten wir heute nach Grisolia fahren, jedoch spielte das Wetter nicht mit, es wehte ein sehr starker und böiger Wind, außerdem wurde es nur 11 Grad warm und regnete zwischendurch immer wieder ein paar Tropfen. Wurde halt ein WoMo-sitzen-Tag mit einem kurzen Spaziergang zum Supermarkt und einige male die paar Meter zum Strand, um die mächtigen Wellen zu beobachten. Das miese Wetter besserte sich am Nachmittag, auch der Wind lies merklich nach. Na also, dann fahren wir eben ...
... am Mittwoch gegen Mittag ins 14 km entfernte Grisolia. Das Städtchen liegt ca. 400 m über dem Meer, es war heute recht frisch am Berg, obwohl kein Wind wehte. Wir bummelten durch die engen Gassen, blickten auf das gegenüber liegende Dorf Maiera, entdecken einige tolle Wandmalereien, 2 Kirchen und einen netten Dorfplatz. Offenes Kaffeehaus fanden wir keines, auch kein Restaurant. Ist halt doch noch Winter im Gebirge .... Den Großteil des restlichen Nachmittages verbrachten wir im Liegesessel in der Sonne vor dem WoMo.

Donnerstag ist es windig und wolkig, Freitag fast wolkenlos, Samstag ebenfalls, Sonntag dann komplett wolkenlos und auch kaum Wind - Postkartenwetter. Im Nachbarort Belvedere Marittimo finden wir zufällig die Pizzeria Graziano - und es gibt nicht nur am Donnerstag Mittagspizza. Welch Freude !!
Das Sonntagswetter nützen wir zu einem Motorradausflug nach Maratea (Region Basilikata), wo es die 20 m hohe Christusstatue CRISTO REDENTORE di MARATEA zu bestaunen gibt. Hoch oben über der Küste mit seinen kleinen Dörfern ragt die Betonstatue in die Höhe, die Auffahrt ist ziemlich steil und auch sehr kurvig, für die letzten paar hundert Meter haben sich die Ingenieure eine grässliche Straße auf hohen Brücken einfallen lassen, damit ja alle Besucher ganz hinauf fahren können. Umweltverträglichkeitsprüfungen sind in Italien ja sowieso unbekannt, wie viele Bausünden in der ganzen Gegend bezeugen.

Sonnig, warm, wenig Wolken - so vergingen die letzten Tage, die wir in Diamante standen. Das Meer war wie immer zu unruhig, mein Paddelboard wartet noch auf den Einsatz. Für die Drohne war das Wetter aber perfekt, ich wollte die nahe Isola di Cirella mit dem mächtigen Torre Vicerale überfliegen, aber die Entfernung von ca. 750 m war mich doch ein bißchen zu gewagt ...
Ein kurzes Tief mit Wind und vielen Wolken erreichte uns am Mittwoch und genau zum Frühlingbeginn am Donnerstag, den 22. machten wir uns auf die Weiterreise, der Campingplatz Lido di Salerno in der Region CAMPANIA, 175 km nördlich von Diamante, war unsere Ziel. Zur Fortsetzung des Reiseberichtes geht es hier ...