ROVANIEMI, Tor ins LAPPLAND
und der weite Weg zurück nach Villach

Dienstag, 17. Juli

Um von Oulu nach Rovaniemi zu kommen, haben wir zwei Optionen: durch viel Wald bis nach Kemi, von da am Fluss Kemijoki (meistens hinter den Bäumen versteckt) durch eher eintönige Landschaft und viel Wald - oder über Yli-Li und Pudasjärvi bzw. Ranua. Wir entschieden uns für die zweite Variante. Also kurz nach Oulu begann der Wald, der sich bis Yli-Li fortsetzte, dann fuhren wir durch Wald bis kurz vor Pudasjärvi, wo ich mitten im Wald eine tolle Kirche entdeckte. Das Kirchenfräulein erklärte mir in einwandfreiem Deutsch die Geschichte der Kirche, in deren Krypta vor gut 150 Jahren das örtliche Weinfässerdepot war. Ab und zu gibt es auch kleine Dörfer, deren Häuser immer rot durch das Grün des Waldes leuchten. Bei einem Haus entdeckte ich einen besonders schön gestalteten Garten.
Bis nach Ranua fuhren wir eigentlich nur durch Wald, am großen Kreisverkehr vor der Stadt besuchten wir einen Supermarkt, füllten unseren Wasservorrat auf und weiter ging die Fahrt nach Rovaniemi. Kilometerlang kerzengerade Straße, dann eine leichte Kurve und kerzengerade weiter, überall wunderschöner Asphalt. Links und rechts Wald, der langsam aber lichter wurde, Birken und Föhren verdrängen schön langsam die Fichten. Ab und zu sehen wir Rentiere am Straßenrad, die sich aber nichts aus vorbeifahrenden Autos machen. Nur sobald man in ihrer Nähe stehenbleibt und aussteigt, machen sie sich aber aus dem Weg.
Es wurde im Laufe des Nachmittages immer heißer, die Landschaft immer eintöniger und als wir um 17 Uhr das ARCTIC CIRCLE-CENTER (Tourismus pur) am Polarkreis ein paar Kilometer nördlich von Rovaniemi erreichten, hatte es laut Thermometer im Center 35 Grad, um 19 Uhr waren es 37. Natürlich wehte kein Wind, auch schattenspendende Wolke war keine am Himmel. Das Center gehört eindeutig in die Kategorie: naja, wenn wir schon da sind ....  Ein paar Reisebusse aus Deutschland sind da, ca. 25 Womo's aus fast allen Staaten Europas stehen herum. Aus den Lautsprechern vor den vielen SANTA IS HERE-Häusern klingt Weihnachtsmusik und wer will, kann sich mit einem "original" Weihnachtsmann fotografieren lassen.
Wir lassen den Tag im Schatten vor dem WoMo ausklingen, Kilometerstand: 4.399, heute gefahren: 257 km
Mittwoch, 18. Juli
Die Nacht war gar nicht so schlimm, wir hatten alle Dachluken offen und in der Früh wehte sogar ein leichter (warmer) Wind. Wir verließen das Dorf der Dörfer und fuhren in die Stadt Rovaniemi. Zuerst stoppten wir beim nordischen Zentrum, wo Momo mit einem Rentier Bekanntschaft machte - oder umgekehrt. Skeptisch waren auf alle Fälle beide. Der Elch, der im nahen Wald stand, machte dafür nicht den geringsten Zucker, als ich mich ihm näherte, er ist Touristen scheinbar gewöhnt. Nächster Stopp dann beim Schisprungzentrum, das ungefähr Niveau und Qualität der Villacher Alpenarena hat. Also eher mickrig.
Platz an einem Seeufer finden wir keinen, entweder verwachsen oder verbaut. Da es gegen Mittag schon wieder über 30 Grad hatte, suchte und fand ich einen schattigen Parkplatz bei der Kathedrale. Von dort aus spazierten wir in die nahe Stadt, kehrten zu einem Mittagessen ein, Brigitte erkundete ein großes EKZ und um 17:30 machten wir uns auf die Weiterreise, Sodankylä ist unser Ziel, 132 km weiter nördlich. Die 132 km fährt man auf einer wunderschönen Straße, teilweise frisch asphaltiert. Und teilweise gibt es auch Dörfer unterwegs. Dörfer, mit ein bis 3 Häuser, eine paar Ortschaften mit "mehreren" Häusern sind auch zu finden, sonst ist eigentlich nur Wald vorhanden, Birkenwald und Föhrenwald. Teilweise gibt es schnurgerade Stücke mit mehreren Kilometer Länge, dann geht es mit einem leichten Knick über eine Kuppe und dann wieder mehrere Kilometer gerade weiter. Natürlich fahre ich mit Tempomat, nur lenken muss ich ab und zu selber. Die Nacht verbringen wir in der kleinen Stadt auf einem der vielen leeren Parkplätze vor leeren Geschäften. Landflucht und Abwanderung gibt es auch hier im Lappland, 5 Tankstellen zähle ich aber trotzdem und nicht nur einen Lidl gibt es, auch ein paar andere EKZ sind da, laut Homepage und Google auch der NÖRDLICHSTE LIDL Finnlands. Sodankylä ist die Bezirkshauptstadt und hat auf einer Fläche von 12.000 km² ca. 8.500 Einwohner (0,7 EW pro km²), hier steht auch die (vermutlich) älteste Kirche des Landes, eine Holzkirche, erbaut 1689. Kilometerstand: 4.552, heute gefahren: 153 km
Donnerstag, 19. Juli
Der Weg ist das Ziel, und das Ziel bzw. der Wendepunkt unserer Finnland/Lappland-Reise ist NOKKA am gleichnamigen Stausee im Norden Finnlands, dem größten Europas mit einer Fläche von ca. 420 km², der Wörthersee im Vergleich hat 19 km². Von Sodankylä sind es 78 km bis hierher - 77 km davon durch Wald mit trotzdem wunderbarer Landschaft. Ab und zu ein Haus, etwas seltener mehrere Häuser.  Und einmal eine Ortschaft mit vielleicht 10 Häusern, das ist die ganze Besiedelung der Gegend. Autos sind eher selten, dafür begegnen uns mehrere Wohnmobile. Unterwegs kommen wir zu einer Baustelle, die "Hauptstraße" ist gesperrt, die Umleitung führt uns links weg. Nach ein paar Kilometer sagt das Navi, biegen sie links ab, nach weiteren 5 km nochmals, dann nochmals - und wir sind wieder bei der Sperre mit der Tafel UMLEITUNG. Einmal im Kreis herum sozusagen. Neuer Versuch, eine Frau mit Fahrrad am Straßenrand (ein Dorf mit ca. 5 Häusern ist hier) fragen wir, die sagt uns, in ca. 3 km rechts (!) abbiegen. Die Abzweigung haben wir bei unserem ersten Versuch wohl gesehen, aber ein Schotterweg und die Ansage vom Navi .... Gut 10 km fahren wir durch den Wald am Waldweg und kommen tatsächlich wieder auf die Hauptstraße! Kurz danach werden wir auf einer Brücke von einem Rudel Rentiere eingebremst, erreichen aber Lokka doch noch. Einmal blieb ich zwischendurch kurz stehen und packte die Drohne aus, ich wollte einfach einen Überblick über das weite Land bekommen ...

Lokka ist eine Ortschaft mit ca. 25 Häuser, von denen man aber die meisten auf den ersten Blick gar nicht sieht, zu viel Wald und zu weit auseinand. Außerdem gibt es viel Wald bzw. Stausee rund herum. Sonst gibt es hier außer einem kleinen Hafen, einer kleinen Hängebrücke und einer kleinen Fischverarbeitung nichts. Rein gar nichts. Uns gefällt es am Ufer des Sees trotzdem, so dass wir die Nacht hier bleiben werden und uns morgen wieder auf die Fahrt in den sonnigen, warmen Süden machen werden. Heute hatten wir hier (N67:49:12 bzw. E27:45:00) im hohen Norden "nur" 33 Grad, dank eines leichten Windes war es aber gut auszuhalten.
Kilometerstand: 4.667, heute gefahren: 115 km. Bis nach Villach sind es noch circa 3.300 km, wir haben aber etwa 2 Wochen Zeit dafür  ...

Bis nach Kemijärvi, der Bezirkshaupstadt, geht es wieder durch sehr viel Wald, irgendwo unterwegs überqueren wir wieder den Polarkreis. Nur ein größeres Monument weist darauf hin, kurz danach gibt es einen Parkplatz mit Kaffeestand. In der Stadt machen wir einen kurzen Fotostopp bei der großen Eisenbahnbrücke, auf der Güterzüge von/nach Russland fahren, Personenverkehr endet hier, denn in den Norden gibt es kein Schienennetz mehr, und von/nach Russland gibt es keinen Personenverkehr.
Kurz vor Kuusamo landen wir in Ruka, einem kleinen Dorf, in dem sich das nordische und alpine Zentrum von Kuusamo befindet. Ein Hoteldorf mit riesigen Hotels am Fuße eines größeren Hügels, auf den alle paar 100 Meter ein Sessellift führt, dazwischen die ziemlich kurzen Schipisten. Kitzbühel wie in Minimundus. Große und fast leere Parkplätze beim Sprungstadion laden zum Übernachten ein, ich muss natürlich auf die Schanze hinauf: 397 Stufen bis zum Schanzentisch, voll in der Sonne. Der Ausblick ist ein Traum - und die Schanze riesig. Wie riesig, sieht man erst richtig am Drohnenfoto. Rekordhalter auf der weltweit zweitgrößten Großschanze ist seit 2004 Janne Ahonen mit 148 m, wie groß im Auslauf angeschrieben steht.
Kilometerstand: 4.991, heute gefahren: 324 km
Samstag, 21. Juli
Die Sonne scheint in Kuusamo nicht mehr so lange wie vor einigen Tagen an der Westküste, z.B. in Oulu. Erstens sind wir etwas weiter südlich, auch nähert sich der Juli seinem Ende. Und je später der Sommer, desto kürzer die Tage, auch hier im hohen Norden ist es so. Gestern ging die Sonne so um 22:50 sehr dunstig unter, was auf eine Wolkenfront im Westen hindeutete. Und genau so war es, die Front kam gegen 4 Uhr morgens hier an, zuerst mit fernem Donnergrollen und Wind, dann mit leichtem Regen, am Vormittag regnete es teilweise ziemlich fest. Wir machten einen kurzen Einbremser in Kuusamo beim Lidl, auch der Tank war nach der Lapplandrunde ziemlich leer. Wir blieben auf der Hauptstraße Richtung Süden, nicht jedoch ohne ca. 30 km vor Soumussalmi eine ganz spezielle Sehenswürdigkeit zu besichtigen; DAS STILLE VOLK (N65.092728 bzw. E28.903910). Ca. 1000 lebensgroße Figuren, mit Erde/Gras-Köpfen auf einfachen Holzkreuzen, in verschiedenstes Gewand gekleidet, stehen hier, wie eine Horde Zombies auf den Weg in die Stadt. Irgendwie bekommt man ein eigenartiges Gefühl, fast sogar ein bedrückendes. Im Field-Café gleich daneben gibt es frische (und köstliche) Palatschinken mit Käse/Rentierschinken-Füllung.
30 km weiter ist eine größere Parklandschaft samt Ausflugsschiffanlegestelle, ich mache die 90minütige Rundfahrt mit und erfahre ein paar Details über die Geschichte der näheren Umgebung, besonders über den Winterkrieg 1939/1940 mit Russland. Bei einem Museum zu diesem Krieg (25 km weiter in Raatteen Portti, N64:50:51.0 bzw. E 29:19:40.9)  verbringen wir die Nacht. Toll das Winterkriegsmonument in einem großen Grantiblockfeld, jeder Stein erinnert an ein Opfer des Krieges, in der Mitte wacht ein Glockenturm mit 105 Kupferglocken (eine für jeden Kriegstag) und Kriegsgerät wird auch ausgestellt.  Die Grenze zu Russland mit zwei weiteren Kriegserinnerungen ist von hier nur 17 km Schotterstraße entfernt, aber für uns eigentlich komplett uninteressant.
Kilometerstand: 5.183, heute gefahren: 192 km
Sonntag, 22. Juli
Hui, hat es da wieder geregnet in der Nacht - aber gegen Mittag lockerte es auf und dann hatten wir wieder Sonne. Und auch sehr viel Wald, eigentlich nur Wald auf ewig langen Geraden und Kuppen, es zieht sich ziemlich. Sonntag ist es heute, da sind auch wieder viele Finnen mit den Wohnmobilen unterwegs, nur Motorräder sehen wir heute kaum, das Wetter ist halt doch noch zu unsicher für längere Touren. 
Wir fahren gut 200 km bis zum BOMBA-Haus, das seinen Ursprung im Jahre 1855 hat, 1934 abgetragen und in den 60ern nach original Plänen und in originaler Bauweise (ohne Eisenbeschläge) neu errichtet wurde. Jetzt ist alles ein größerer Hotelkomplex (mit mehreren Häusern im Originalstil) mit einem Freizeitpark, Spiel- und Badeplatz sowie einem Restaurant mit einem 1A-Buffett (Rentiervariationen, karelischer Fleischtopf, verschiedene Fische, Pilze, Gemüsesorten, Nachspeisen).
27 km nach dem Bomba-Haus verlassen wir die Hauptstraße (Via Karelia) zum Inselspringen auf die Insel Paalasmaa am großen Pielinen-See. Mit einer kostenlosen Fähre sowie über mehrere Dämme kommt man bis in die Mitte des Sees, der Stellplatz hier (N63:17:58.6 bzw. E29:23:27.8) ist vom Feinsten. Die Via Karelia ist eine lange Ferienstraße in Finnland, eine Route davon führt von ziemlich hoch im Norden Lapplands an der Ostküste, der russischen Grenze folgend, nach Süden bis nach Lappeenranta). Die zweite Route ist ein orthodoxer Kulturreise- und Pilgerweg in Nordkarelien, an ihm liegen viele orthodoxe Kirchen, Kapellen und Friedhöfe.
Kilometerstand: 5.443, davon 3.230 in Finnland; heute gefahren: 260 km
Montag, 23. Juli
Der Sommer ist wieder zurück, es hat knapp 30 Grad und ist sehr schwül. Gab es von Lappland bis Kuusamo hauptsächlich Wald zum Durchfahren, so ist es in der Mitte bzw. Süden wieder etwas abwechslungsreicher. Die auch hier endlosen Waldkilometer werden durch viele Seen und Getreidefelder etwas aufgelockert, fad ist das Fahren aber trotzdem. Auch an Sehenswürdigkeiten ist das Gebiet für uns eher nicht so reich. Wir verlassen die Insel Paalasmaa (die Fähre fährt, wenn ein Auto kommt!) und nehmen direkten Kurs auf Outokumpu (hurra, eine Großstadt mit 7000 EW), wo ich das alte Kupferbergwerk besichtige, dann mit Brigitte im nahen Restaurant auf ein Mittagsbuffet einkehre. Wir fahren noch ca. 6 km und stellen uns mitten im finnischen Seengebiet im Wald an einen kleinen See auf einen Picknickplatz (N62:45:29.2 bzw. E28:56:48.8) und lassen den Tag faul ausgleiten, für weitere Aktivitäten haben wir keine Lust mehr. Am Abend fahren wir in die Stadt zurück und parken in der Nähe eines Supermarktes ...
Kilometerstand: 5.547, heute gefahren: 104 km
Dienstag, 24. Juli
Wieder ein heißer Tag und ziemlich schwül, es ist auch leicht dunstig. Wir füllen unsere Vorräte ein wenig auf, dann fahren wir ein Stück durch den Wald und entdecken einen schönen, versteckten Badestrand am herrlich klaren und warmen Juojärvi. Der Entschluss, hier zu bleiben und den Tag faul im Schatten bzw. am Strand zu verbringen, ist schnell gefasst. Ein Blick auf die Satellitenkarte zeigt, viel ist nicht um uns herum, nur Seen und viel Wald, in dem doch einige Häuser versteckt sind, hauptsächlich Jagd- und Fischerhütten, aber auch richtige Wohnhäuser mit Bootanlegestelle, Sauna, Grillplatz und so.
Kilometerstand: 5.572, heute gefahren: 25 km Satellit
Mittwoch, 25. Juli
Gut 20 km weiter in Richtung Kuopio liegt das (einzige in Finnland) orthodoxe Kloster Valamon mit der im byzantinisch-russischen Stil erbauten Klosterkirche. Als wir auf den Parkplatz einbiegen, glauben wir, in einer Veranstaltung gelandet zu sein. Mehrere Platzeinweiser bringen System in die vielen ankommenden Autos, 2 finnische Reisebusse stehen auch da. Es gibt aber keine Veranstaltung, das weitläufige Gelände mit den vielen Gebäuden ist einfach ein gerne besuchter Ort, um Ruhe zu finden und innere Einkehr zu halten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beherbergte das Kloster über 1000 Mönche und Mitarbeiter, heute nur mehr eine Hand voll.
Wir kommen bei der 4fach Schleuse von Varistaival vorbei (mit 14,45 m Höhenunterschied!), schauen ein paar Sportbooten beim Schleusvorgang zu, kehren im Schleusen-Cafe ein und nehmen dann wieder Kurs auf Kuopio. Eine der vielen Libellen hat sich in meinem Kühlergrill verfangen, so hatte ich die Möglichkeit, dieses tolle Tier im "Ruhezustand" zu fotografieren.
Durch viel Birkenwald, der uns die Aussicht auf die vielen Seen meistens versperrt, erreichen wir Kuopio und fahren gleich zum Wahrzeichen der Stadt, dem 75 m hohen Aussichtsturm Puijontorni. Der Blick von der Aussichtsplattform über Kuopio und die blau-grüne Umgebung ist fantastisch. Zum Glück finden wir einen schattigen Parkplatz, es hat heute nämlich wieder über 30 Grad, nur ab und zu spenden ein paar Wolken etwas Schatten. Die Nacht verbringen wir auf einem Parkplatz beim Schanzengelände. Kilometerstand: 5.723, heute gefahren: 151 km
Donnerstag, 26. Juli
Wir verlassen Kuopio nicht, ohne einen Bummel durch das Stadtzentrum zu machen. Neben der Markthalle und dem Marktplatz imponieren das Rathaus, das Schloss und die örtliche Kathedrale.
Wir nehmen Kurs auf Süden, wo wir bei Oravikoski eine gute Stunde pausieren, um den Flößern bei der Arbeit zuzusehen. Ein gigantischer Stapler hebt die mit Stahlseilen zusammengebundenen Holzladungen vom LKW, lässt sie über eine spezielle Rutsche ins Wasser gleiten, dort werden sie von einem kleinen Schleppkahn zu den bereits im Wasser treibenden anderen Ladungen gebracht, dazugezurrt und später dann als riesiger Holzteppich auf dem See weiter transportiert.
Wir fahren wie üblich weiterhin durch viel Birkenwald und an noch mehr Seen entlang und parken schließlich in Rantansalmi beim örtlichen Erholungs-/Freizeitzentrum ein. Beim S-Markt füllen wir frisches Trinkwasser nach, den restlichen Tag verbringen wir am schönen Strand bzw. im Schatten. Und so wie es in Finnland halt überall üblich ist: KEINE Parkgebühr und KEIN Eintritt bei den Seen bzw. Strandbädern. Wer mit einem Motorboot, Segelboot oder Wasserscooter kommt, fährt zum Slip, bringt sein Gefährt kostenlos ins Wasser und das war's.

Es war heute wieder ein Tag mit 30 Grad und drüber, windstill, wolkenlos. Kilometerstand: 5.857, heute gefahren: 134 km
Freitag, 27. Juli
Hochsommerliches Wetter, 28 Grad gegen Mittag. Wir sitzen im Schatten am Ufer des Sees, bis wir um 13 Uhr weiter fahren,  wir wollen uns die stattlichste aller finnischen Burgen ansehen: OLAVINLINNA in Savonlinna. Wir parken neben dem lebhaften Markt (satte 3 € kostet eine Stunde), bummeln eher lustlos eine Runde in der Nachmittagshitze herum, dann gehen wir an der schönen Uferpromenade um die die kleine Halbinsel zur Festung, die wir aber nur von außen besichtigen. Ein paar dunkle Wolken ziehen vorüber, es fallen auch ein paar Regentropfen - damit es noch schwüler wird ...
30 km weiter wartet das nächste Highlight auf uns: in Kerimäki steht die größte Holzkirche der Welt. 45 m lang, 42 m breit, die Kuppel hat 37 m und 5000 Leute haben in der Kirche Platz. Gerüchten zufolge haben sich die Bauherren 1847 vertan und statt in Fuß mit Meter gerechnet. Und da 45 Fuß umgerechnet knapp 14 Meter sind, klingt das Gerücht über die geplante Größe auch plausibel. Zumindest steht es so im Reiseführer.... Der Glockenturm mit seinen 54 Stufen a 35 cm wäre eine spezielle Herausforderung gewesen, doch ist der Turm leider seit ein paar Jahren gesperrt.
Am späten Nachmittag erreichen wir den Haljaka-See und parken am schön schattigen Platz direkt am Ufer, ich paddle eine Runde und das war es für heute. Fauli lässt grüßen. Kilometerstand: 5.983, heute gefahren: 126 km
Samstag, 28. Juli
Das Fährticket für morgen Sonntag haben wir, bleibt uns nur mehr der Weg zur Fähre. Und zwar nehmen wir die Route über Lappeenranta, wo wir unseren ersten Zwischenstopp einlegen: das jährliche Sandskulpturen-Festival findet statt - und das lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Nach einer ausführlichen Besichtigung der Kunstwerke bummeln wir noch durch die saubere und auch sehenswerte Altstadt, dann fahren wir wieder weiter.

Die alte Garnisonsstadt Hamina, direkt an Finnlands Südküste gelegen, lockt mit einem hoch interessanten historischen Stadtkern und dem (leider erst? oder zum Glück erst?) morgen beginnenden "Hamina Tattoo"-Festival: das alle zwei Jahre stattfindende internationale Militärmusikfestival lockt Militärkapellen aus so ziemlich allen NATO-Staaten und dem "Ostblock". Heute wird bereits fest geprobt, die stramme Blas- und Marschmusik ist nicht zu überhören. Wir konzentrieren uns aber auf die Bauwerke: die sensationelle orthodoxe Kirche mit Glockenturm, das schöne Rathaus, die Lutherische Kirche und viele wunderschön renovierte Häuser.
Unsere letzte Nacht der Reise wollten wir am Stellplatz im Hafen von Porvoo verbringen, doch leider, am Platz steht eine große Bühne voll Lautsprecherboxen, alles ist gesperrt - lokale Pop- und Rockgruppen laden zu einem Sommeropenair. Ersatzstellplatz finden wir keinen, deshalb fahren wir die restlichen 49 km nach Helsinki, wo wir uns wieder auf den Platz beim Zoo stellen,  unsere Finnland-Rundreise endet am selben Ort (2 Parklücken daneben), wo sie vor einem Monat, am Samstag, den 29. Juni begonnen hat.
Kilometerstand bei der Ankunft war damals 2.213, inzwischen sind es 6.337, davon sind wir heute (wie üblich bei hochsommerlichen Temperaturen) 354 km gefahren. 4.124 km plus die 6 km morgen zur Fähre sind wir in Finnland insgesamt gut und sicher unterwegs gewesen.


Sonntag 29. Juli
Wir verließen Helsinki um 11:30, um 14 Uhr legten wir in Tallin an und los ging es. Bis ca. 40 km vor Kaunas fuhren wir, dann parkte ich in einer kleinen Ortschaft 2 km abseits der Autobahn ein, es war wieder sehr heiß. Heute gefahren: 491.2 km
Montag, 30. Juli
Natürlich euch heute wolkenlos und schon am Vormittag 30+ Grad, im Raum Warschau waren es 37 Grad, durch ein (leider) nur kurzes, aber harmloses (zum Glück) Gewitter kühlte es kurzfristig auf 24 Grad ab, danach war es aber wieder sommerlich ....  Die Nacht standen wir am Parkplatz beim Friedhof von Radomsko (N51.074028 bzw. E19.409235), heute gefahren: 716,7 km
Dienstag, 31. Juli
Klar geht es noch wärmer, auf der Strecke von Brünn nach Wien hatten wir teilweise 40 Grad, der ORF meldet für die Wiener Innenstadt 36 Grad. Um 16:35 parkte ich bei der Campingworld Neugebauer in Neunkirchen ein, gefahrene Kilometer heute: 571,7 km
Mittwoch, 1. September
Die heutigen 308 km waren nur mehr Formsache, nach insgesamt 8.433 km war unsere "erweiterte" Finnlandreise gut beendet.

Durchschnittsverbrauch waren 10,2 Liter Diesel, insgesamt verbrauchten wir 860 Liter, die Durchschnittsgeschwindigkeit der ganzen Reise betrug 64 km/h, trotz der vielen Kilometer Autobahn in Österreich, Tschechien und Polen, aber in Finnland geht eben alles ziemlich gemütlich - stressbefreites Fahren herrscht hier. Gesamtfahrzeit war 130,34 Stunden, 7 Nächte mussten wir auf City-Campingplätzen verbringen (alle bei der Anreise und Sight-Seeing durch Ö, CZ und PL und Tallin), alle Übernachtungen in Finnland so wie auf der Rückreise waren gratis.