Apulien2022
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JÄNNER IN GALLIPOLI

Tage 1 - 9
 am Camp und in der näheren Umgebung

Tage 10 - 20
einige neue Orte am Absatz Italiens erkundet:
Casarano, Salento D'Arare, Alessano, Presicce


Terme di Santa Cesarea, Torre di Porto Miggiano, Grotta Zinzulusa, Grotta Palombara, Castro

Galatone, Galatina, Martano, Castrignano de' Greci - und Gallipoli von oben

Tage 21 - 31
am Camp, in und um Gallipoli, Corigliano d.O., Maglie, Parabito, Nardo

1. Jänner 2022
10 Minuten Dauerfeuer um Mitternacht haben uns nur kurz aufgeweckt.  Als wir etwas nach 9 aus dem WoMo steigen, ist es bei 16 Grad fast windstill, keine einzige Wolke ist am Himmel zu sehen. So fängt das neue Jahr mit einem Frühstück im Freien an und wird bald danach durch den täglichen Spaziergang und der Relax-Phase vor dem WoMo fortgesetzt ...


2. Jänner 2022
Heute spazieren wir bis zum Hauptplatz von Gallipoli, es ist sehr warm, sehr viele Leute sind unterwegs. Das Restaurant DA OLGA hat offen und wir ergattern mit Glück einen Platz, auch beim MARTINUCCI stehen wir nicht vor verschlossenen Türen. Und das ist gut so, eigentlich sogar sehr gut ...

Heuer sind wir (bisher) sehr von Wind und Wetter begünstigt, wir können jeden Tag vor dem WoMo frühstücken, dicke Jacken tragen nur die Italiener und diejenigen Camper, die im Schatten unter den Bäumen stehen. Beim Spaziergang am Strand entlang bis nach Riva Bella kommen direkt Sommergefühle auf. Auch in der Altstadt von Gallipoli ist einiges los, obwohl natürlich nicht alle Lokale und Kaffeehäuser offen haben. Martinucci hat (zum Glück) aber beide Geschäfte offen ...


Mittwoch ist Markttag in Gallipoli. Immer wieder ein Erlebnis, durch diesen fast 3 ha großen Markt zu spazieren. Mit dem Kawa-Koffer voll Orangen, Clementinen und einem Schoko-Panettone (Zuppa Inglese con Creme) komme ich wieder auf den Camp zurück. Gegen Abend bemerken wir, dass in der vordersten Reihe am Camp 2 Plätze frei wurden - Brigitte düst zur Rezeption und schon siedeln wir um, kurz danach ist auch der zweite freie Platz frisch belegt. Glück gehabt, weil in der ersten Reihe steht kein WoMo oder Wohnwagen vor uns, der uns die Aussicht versperrt.  Auch (noch) mehr Sonne bekommen wir dadurch ab  -  während  in Villach und Umgebung das Schneechaos  für größere Behinderungen sorgt.

Drei weitere Plätze wurden am Donnerstag frei: in Italien gilt in allen Beherbergungsbetrieben (und somit auch auf Campingplätzen) streng kontrolliertes 2G, die Ausnahmeregel für ein paar  Ungeimpfte (darunter auch Petra, der Star unter den Dauercampern) läuft ab, sie  müssen den Platz spätestens am Wochenende verlassen.
 

Am Freitag gegen Mittag mache ich eine Runde mit der Kawa, dann gibt es ein "Fachgespräch" mit Anna und Peter, den Betreibern der Reise-Homepage www.treitler.tv und einen ausgiebigen Spaziergang durch das Gelände vom Camp, leider ist die tolle Poollandschaft im Winter nicht in Betrieb. Am Nachmittag treffen Gabi und Herbert aus Pöchlarn ein, zur Begrüßung wird eine Flasche Prosecco geleert. Das Wetter hat sich heute geändert, es war den ganzen Tag warm, aber bewölkt - und am Abend begann es leicht zu regnen, in der Nacht regnete es zeitweise auch ziemlich stark. Die vielen Italiener, die im Schatten zwischen den Bäumen campiert haben, sind bis auf wenige Ausnahmen wieder abgefahren, die Weihnachts- und Neujahrsferien sind vorbei. Jetzt stehen nur mehr ein paar "Schattenkinder" zwischen den Bäumen.
Auch der Samstag war trüb, teilweise windig und regnerisch. Der einzige "Lichtblick" war der Nachmittagskaffee bei Gabi und Herbert. Aber am Sonntag, den 9. Jänner standen wir bei strahlendem Sonnenschein auf und genossen das Frühstück vor dem WoMo. Auch unser inzwischen schon traditionelles Selchwurstessen mit den Pöchlarnern konnte bei teilweise Sonne im Freien stattfinden.


Montag und Dienstag zeigte sich die Sonne nur ganz kurz, dafür wehte am Dienstag teilweise fester Wind, aber vor dem WoMo ließ es sich trotzdem ganz gut aushalten, Temperaturen um die 15 Grad sind ja nicht zu verachten. Am Dienstag-Abend herrschte kurze, aber kräftige Aufregung in unmittelbarer Nähe: der deutsche Wohnwagenfahrer vor uns wollte die Gasflasche mit italienischem Gewinde an den deutschen Anschluss anschließen, was jedoch trotz Einsatz einer Rohrzange nicht funktionierte, es zischte immer und Gas trat aus. Und dann kam der Profi auf die Idee, mit dem Feuerzeug zu schaun, wo genau das Gas herauskommt. Ein kräftiger Puff, Gesicht und Bart angebrannt bzw. versengt, Pullover auch. Wir haben davon aber im Gegensatz zu einigen Nachbarn nix davon mitbekommen
Mittwoch - und es scheint wieder die Sonne. Nach einem Kurzbesuch am Markt mache ich mich mit der Kawa auf die erste Rundfahrt: Als erstes besichtige ich Casarano, dann Salento D'Arare. Am Rückweg mache ich noch einen Abstecher nach Alessano, auch in Presicce bremse ich ein. In Salento habe ich einen kleinen Ganzjahresplatz (200 m vom Strand mit zwei sehr tollen Naturpools) gefunden, der derzeit jedoch wegen Renovierung geschlossen ist - aber für die nächste Überwinterungsreise eine gute Alternative wäre. Die Städtchen Casarano, Alessano und Presicce beeindrucken durch teilweise ganz tolle Kirchen, Plätze und Palazzi. 98 km bei viel Sonne sind es geworden. .

Donnerstag und Freitag - zwei Tage mit sehr viel Sonne. Donnerstag gab es einen Mittagsgriller bei Gabi und Herbert, am Freitag stand für mich wieder eine Kawa-Tour am Programm. Ich fuhr über  Maglie in den Bade- und Kurort Terme di Santa Cesarea (es riecht sehr intensiv  - eigentlich stinkt es - nach Schwefel), neben sehr vielen Hotels hat der Kurort auch einiges an historischer Baukultur zu bieten. Sehenswert ist der Torre di Porto Miggiano mit seinem Felsenhafen,  2 km südlich. Einen Kilometer weiter ist die große Grotta Zinzulusa, noch 2 km weiter führt ein steiler Steig zur Grotta Palombara. Es gibt noch weitere von hohen Felsen umrahmte Grotten, ohne Boot kommt man jedoch nicht oder nur sehr schwer nahe heran. Meine Tour beende ich dann im Bergstädtchen Castro, das ein sehr schönes Centro Storico hat. Über Ruffano fahre ich wieder zurück nach Gallipoli, 105 km war ich unterwegs.

Samstag und Sonntag: zwei fast schon sommerliche Sonnentage. Eine Kawa-Fahrt ins nahe Parabita zum Lidl ist eigentlich die ganze Aktivität an diesen beiden Tagen,  falls man "in der Sonne sitzen und kurz am Strand spazieren gehen" nicht als Aktivität bezeichnet. Achja, die Drohne ist auch geflogen... Ein gemütlicher Nachmittagskaffee mit unseren niederösterreichischen Freunden und ein kitschig-schöner Sonnenuntergang beenden den Sonntag,  für nächste Woche sind wieder ein paar Aktivitäten geplant.

Tolles Montag-Wetter, ein Tag wie geschaffen zum Nixtun. Wie jedes Jahr am 17. Jänner laden die Betreiber des Camps anlässlich des Festes des heiligen Antonius zu einem Grillabend mit dem traditionellen Abbrennen eines Reisighaufens. 300 Stück Bratwürste und eine entsprechende Menge an Wein standen für ca. 130 Gäste zur Verfügung.
Auch am Dienstag wieder traumhaftes Wetter, Zeit für die nächste Kawa-Rundfahrt. Heute fahre ich nach Galatone, dann weiter in die Citta del Arte Galatina und von dort nach Martano, der letzte Ort auf der Reise war dann Castrignano de' Greci, wo es mit der Mafia einmal "gröbere" Unstimmigkeiten gegeben hat. Es ist immer wieder faszinierend, welche Prachtbauten und Kirchen in doch eher kleinen Städtchen zu bestaunen sind - obwohl wie z.B. in Galatina bei der Basilica di Santa Caterina d'Alessandria durch eine "Schummel" Fassade das ganze Bauwerk um einiges mächtiger erscheint als es in Wirklichkeit ist. Sehr interessant auch die Preise in einer Konditorei am Hauptplatz in Galatina: ein Kaffee Americano und 3 Stück (1 Canollo, 1 Marzipan-Creme-Kuppel und 1 Brandteigkrapferl) aus der Vitrine: kostet doch tatsächlich alles zusammen läppische 2,20 €.



Seit über einer Woche haben wir jetzt wunderschönes Wetter, wir frühstücken jeden Tag in der angenehm warmen Morgensonne vor dem Wohnmobil. Den Markttag-Mittwoch nütze ich nicht nur für ein Luftbild vom Marktplatz, sondern fülle auch unsere Vorräte an Orangen und Clementinen auf - seit wir hier sind, hab ich sicher schon mehr davon gegessen als im ganzen vorigen Jahr zu Hause. Auch am Rande der Altstadt lasse ich nach einem Mittagessen am Fischmarkt der Drohne etwas "Auslauf". Und da die Konditorei Martinucci (Gott sei dank leider) direkt am Weg liegt, gibt es zur Feier des Tages auch eine süße Nachspeise. Am Donnerstag-Abend ziehen dunkle Wolken auf, die Wetterprognose für morgen ist nicht gar so ...

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Freitag, 21. Jänner
Auch heute konnten wir vor dem WoMo frühstücken, am Vormittag zogen jedoch Wolken auf und die Temperatur stieg nicht über die 13 Grad, die wir schon um 9 Uhr hatten. Freitag ist Pizza-Service-Tag am Camp - spät, aber doch gab es die erste Pizza des Jahres. In der Nacht auf Samstag rüttelte es einige Male recht kräftig am WoMo, in der Früh war es wolkig und kühl, so mussten wir erstmals seit Tagen wieder ein Indoor-Frühstück einnehmen, auch tagsüber hielten wir uns mehr im als vorm WoMo auf. Der Sonntag begann mit windigen und kühlen 7 Grad, am Vormittag machten wir trotzdem einen ausgiebigen Spaziergang (mit Einbremser bei den Treitlers) durch das weitläufige Gelände vom La Masseria. Nicht nur am Strand, auch einige 100 Meter dahinter (wo der Wind bedeutend schwächer ist) sind mehrere Geschützbunker und FLAK-Stellungen aus dem Italienkrieg Anfang 1940 zu finden. Der kalte Wind wehte am Nachmittag wieder teilweise recht kräftig, aber mit einem "Windschutz" von 7 m Länge und 3 m Höhe im Rücken lässt sich problemlos vor dem WoMo die Sonne genießen.


Seit 30. Dezember sind wir bei ganz gutem Wetter und auch angenehmen Temperaturen hier - und in der Nacht auf Montag, den 23. Jänner,  trifft uns die angekündigte Kaltfront aus dem Norden volles Programm. Es weht zwar kein starker Wind, aber die Temperaturen sind im Keller, ab und zu fliegen so komische kleine weiße Fuzzerln durch die Luft - ein Schneegestöber im weitesten Sinn. Nichtsdestotrotz folgen wir dem Ruf der Konditorei Martinucci in der Altstadt, wo wir uns mit Köstlichkeiten verwöhnten - und am Abend zeigte das Thermometer erfrischende 1,2 Grad an, in der Früh um halb 7 waren es genau 0 Grad (von einem Nachbarn gemessen, wir schlafen ja um diese Zeit noch). Tagsüber wärmte die Sonne schon wieder auf, bei der Geburtstagsfeierlichkeit von Gabi war es im sonnigen Vorzelt auch ohne Heizung angenehm warm.
So wie es aussieht, hat sich die Kaltfront verabschiedet. Der Mittwoch-Vormittag ist bei 9 Grad sehr sonnig, so machen wir eine Radrunde nach Santa Maria al Bagno (die bei einer Baustelle gesperrte Straße mach ich einfach "ungesperrt") und statten der Caffetteria "Café del Mar" einen Besuch ab. Am Rückweg besuchen wir das Kirchlein ANTICA ABBAZIA DI SAN MAURO und gleichzeitig mit einer großen Wolke erreichen wir wieder den Camp, die Sonne zeigt sich heute nur mehr sehr kurz.


Unser Aufenthalt am La Masseria nähert sich langsam, aber sicher dem Ende. Ich nütze das gute Wetter am Donnerstag, den 27. Jänner für eine weitere Ausfahrt mit der Kawa und  besichtige Corigliano d'Otranto, Maglie und Parabito - besonders das Zentrum von Maglie ist sehr sehenswert - und eine Martinucci-Filiale gibt es hier auch.


Freitag ist Markttag in Nardo, es ist ein frühlingshafter Tag und wir radeln die kurze Strecke hin. Der Markt ist um einiges größer als der in Gallipoli, aber angeboten wird die gleiche Ware, nur halt viel mehr davon. Nach einer Marktrunde spazieren wir noch durch die schöne und sehr saubere Altstadt von Nardo. Und wenn die Italiener sich um die Umwelt die gleichen Sorgen machen würden wie um z.B. ein Fahrrad, dann wäre es schon ein großer Erfolg. Aber so wird hurtig alles mögliche an der sehr beliebten  Straßenrand-Mülldeponie (beidseitig) nach Nardo entsorgt: Röhrenfernseher, WC-Muscheln, jede Menge Hausmüll, Matratzen, Installationsmaterial und besonders viele Flaschen.


In der Nacht auf Samstag weht wieder ein ziemlich kräftiger Wind, auch den ganzen Samstag ist es teilweise ziemlich stürmisch - und um ein paar Grad kälter als gestern. Am frühen Nachmittag sitzen wir im Vorzelt bei Gabi und Herbert bei Abschieds-Kaffee und Martinucci-Köstlichkeiten, sonst war es ein Tag mit OHNE Aktivitäten. Die Räder und der Hundezaun sind schnell verstaut, auch Tisch und Sessel finden rasch ihre Plätze im Stauraum, die Kawasaki kommt morgen auf den Hänger.

Sonntag, 30. Jänner 2022
Der geplante einmonatige Aufenthalt am Absatz Italiens geht zu Ende und um den montäglichen LKW-Verkehr zu vermeiden, machen wir uns gegen Mittag auf die Weiterreise nach Kalabrien, 275 Kilometer sind es von Gallipoli nach Corigliano Calabro, unser Ziel ist aber nicht der "berühmt-berüchtigte" Onda Azzurra, sondern das Village Camping Due Elle, ein paar Kilometer weiter.