REHA in BAD ISCHL
Damit ich noch recht lange fit, agil (und überhaupt) bleibe, habe ich der Empfehlung des Arztes meines Vertrauens gefolgt und bin auf Reha-Kur nach Bad Ischl gefahren. Nettes Städtchen (Kulturhauptstadt Europas 2024), schöne Landschaft - und ein anerkannt gutes Zentrum.
Antreten zum Kurantritt durfte ich am Donnerstag, 18.3..
Da ich bis 10 Uhr bei der Rezeption erscheinen sollte, fuhr ich zur unmöglichen Zeit von 6:30 los. Und der frühe Start war sehr richtig: bis zur Abfahrt von der Tauernautobahn bei Eben in Pongau schien teilweise die Sonne, ab Eben begann es leicht zu schneeregnen. Durch das Lammertal und über den Pass Gschütt (knapp 1000 m üdM) steigerte sich der Schneefall mit jedem Höhenmeter, bei der Abfahrt nach Gosau schneite sogar doppelt so stark wie bei der Auffahrt. Tiefster Winter, LKW (mit und ohne Ketten) am Straßenrand, Straßensperre zwex Unfall in Bad Goisern - und 10 vor 10 war ich bei der Rezeption, um halb 11 in meinem (Quarantäne)Zimmer mit Aussicht auf den Park. Und es schneite hurtig weiter ....


Freitag, 19.3.
Mein Zimmer ist im 3. Stock und im Stiegenhaus hängen viele Motivationsbilder, damit man nicht den Lift benutzt - sondern eben die Stiege. Hab mitgezählt: bis in den 3. Stock sind es 63 Stufen. Hin und retour dann 126. Das ganze im Schnitt 7 mal (Mo-Fr) täglich (zwischen den Terminen ist immer Zeit, die man im Zimmer verbringen soll)  = 882 Stufen täglich bzw. 4.410 Stufen an den Therapietagen einer Woche. Am Wochenende natürlich etwas weniger, aber 5 mal auf und ab waren es auch jeden Tag, was wiederum 1.260 Stufen ergibt. Wochensumme 5.670 Stufen - und 3 Wochen bin ich hier ....


Tags über war ich in Sachen Kur eingeteilt. Weil ich bin ja nicht zum Vergnügen hier. Nach Aufnahmediagnostik, EKG und Arztgespräch wurde ich auf die modernsten Geräte der Med.Trainings-Therapie eingeschult. Nach dem Mittagessen dann Besprechung mit der Leitung der REHA und Belastungs-EKG (bei 120 % und 200 Watt wollte ich nicht mehr, hätte aber schon noch können). Um die Mittagszeit hörte es auf zu schneien, am späteren Nachmittag konnte ich eine erste Runde durch das mir ja nicht unbekannte Bad Ischl machen. Sieht aus wie immer ...
Samstag, 20. und Sonntag 21.3.
Ich habe zwei Tage Erholungsurlaub vom doch anstrengenden Kurbeginn. Das Wetter war übers Wochenende winterlich, es schneite die meiste Zeit, jedoch blieb nicht viel bzw. nur sehr wenig Schnee liegen. Sonntag machte ich einen Spaziergang (Wanderung könnt ich auch schreiben, aber es war echt nur ein Spaziergang) auf den Siriuskogel, knapp 200 Höhenmeter sind in 30 Minuten von der Stadtbrücke aus zu bewältigen. Die Aussicht auf das Städtchen ist trotz Schneefall sehr schön, beim nächsten Sonnenschein nehme ich die Drohne und geh nochmals hinauf. Überhaupt gibt es einiges zu erwandern bzw. zu erradln in der Gegend. Natürlich wetterabhängig.


Montag, 22.3.
Der Kurstress geht volles Programm los. Nordic-Walking um 9 Uhr, Ernährungsinfo um 10:30, am Nachmittag Med.Trainings-Therapie, Unterwassergymnastik (wir spielten zu acht 25 Minuten Völkerball im Hallenbad), dann Ordinationsvisite. Zusätzlich wie jeden Tag muss ich dreimal den Blutdruck messen und protokollieren.
Dienstag, 23.3.
Dichtes Programm bis 15 Uhr, dann frei. Ich spaziere zur Kalvarienkirche in der Nähe des Kurzentrums und durch die Stadt wieder zurück, war doch eineinhalb Stunden unterwegs.


Mittwoch, 24.3.
So schön blau der Himmel, warm ist es auch. Nach meiner letzten Kuranwendung am frühen Nachmittag spaziere ich zum zweiten Mal auf den Siriuskogl, natürlich die Drohne im Rucksack. Die Aussicht ist bei Postkartenwetter natürlich um einiges besser als bei Schneefall wie letztens ...


Donnerstag, 25.3.
Heute habe ich nur am Vormittag Anwendungen, der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Es ist wolkenlos und warm, so hole ich mein Rad aus dem Keller und mache mich auf die Reise: St. Wolfgang am Wolfgangsee ist mein Ziel. Ich radle bis zur Kirche neben dem WEISSEN RÖSSL, spaziere ein bisschen herum, Lokale sind ja alle zu und Coffee to go oder ähnliches gibt es heute nirgends, aber bei einigen Kaffeehäusern und Eisdielen lese ich: wir sind ab 27.3. eingeschränkt für Sie da. Ich lasse der Drohne ein bisschen Auslauf, dann fahre ich weiter, ich habe die Absicht, den Wolfgangsee zu umrunden. Doch es musste bei der Absicht bleiben, im Wald liegt teilweise noch sehr viel Schnee, es gibt für mich kein Weiterkommen. Deshalb drehe ich um und fahre gemütlich wieder zurück nach Bad Ischl, insgesamt war ich 48 km unterwegs. Und am späteren Nachmittag kam ein Anruf meines Hausarztes, er will mich sehen, wenn ich ihn sehen will ...


Freitag, 26.3.
Gestern hat mich mein Hausarzt angerufen und mir gesagt, heute um 13 Uhr wäre mein COVID-Impftermin. Klar gehe ich zur Kurmittelverwaltung und nehme mir frei, die Impfung lasse ich sicher nicht aus. Nach dem Frühstück stehen noch 45 Minuten sehr flottes Nordic Walking am Programm (knapp 6 km), dann mache ich mich auf die Reise, hole zu Hause noch ein paar Kleinigkeiten für mich ab und bin um 13 Uhr beim Doktor, um halb zwei wieder am Rückweg nach Bad Ischl. Herrlichstes Wetter, kaum Verkehr - war irgendwie auch ein Tagesausflug, ein schöner und wertvoller Tagesausflug. Und die versäumten Therapieeinheiten hole ich in den nächsten Tagen nach.

Samstag, 27.3., Sonntag, 28.3.
Am Samstag spürte ich die angekündigten Nachwirkungen des Impfstoffes und musste mein med. Trainingseinheit absagen, am Sonntag war wieder alles in Ordnung.  Die Sonne schien und ich packte meine Drohne, ging zur Kalvarienkirche und drohnte ....


Montag, 29.3.
Dichtes Therapieprogramm bis nach dem Mittagessen, den Nachmittag aber frei. Ich radelte zur Talstation der Katrin-Bahn und fuhr auf die gleichnamige Alm. Der Weg auf den Gipfel (mit Fernsehsender und beleuchtetem Gipfelkreuz) war leider nur bis zur ersten Aussichtsplattform begehbar. Und das schon sehr schlecht, der weiche Schnee liegt hier noch über einen Meter hoch. Von der Plattform weiter war überhaupt keine Spur zu sehen. Die Aussicht von hier aus ist ein Wahnsinn: von Bad Goisern bis zum Hallstättersee, im Süden das mächtige Dachsteinmassiv. Für den Rückweg ins Tal nahm ich die ehemalige Schipiste, und pünktlich zum Abendessen war ich wieder in der Reha.


Dienstag, 30.3. und Mittwoch, 31.3.
6 verschiedene Anwendung (u. A. Nordic Walking, Wirbelsäulengymnastik, Medi-Jet, Unterwasser-Gymnastik, med. Krafttraining) am Dienstag, keine Zeit für irgendwelche Aktivitäten. Aber kommt schon noch. Auch der Mittwoch hat ein dichtes Programm (u. A. intensives Bewegen, Ergometer Training, Physiocom) mit 5 Punkten, aber der frühe Schluss am Nachmittag erlaubt mir eine Radrunde nach Bad Goisern ...


Donnerstag, 1. April
Heute ist der ergiebigste Tag bisher (und wahrscheinlich auch für den Rest meines Aufenthaltes): bereits um 7 Uhr wurde mir Blut abgenommen, nach dem PCR-Test ging es dann auf eine wiederum ziemlich flotte Nordic-Walking-Runde, dann zur Wirbelsäulengymnastik, darauf folgte das Belastungs-EKG. Zur "Erholung lag ich dann auf dem Medi-Jet-Wasserbett. Nachmittags gab es physikalische LW-Therapie, Unterwassergymnastik und vor dem Abendessen noch einen Besuch in der Kraftkammer.
Karfreitag, 2. April
Gleich um 7:15 wird mein Fortschritt überprüft: Gewichtskontrolle und Messung des Bauchumfanges. Gegen Mittag zum Fahrradergo-Training, das war alles für heute. Auch gut ... Und weil das Wetter auch passte, machte ich am Nachmittag einen kleinen Radausflug zum Nussensee (hin und zurück je 8 km). In den schattigen Ecken des umwaldeten Sees liegt teilweise noch ziemlich viel Schnee, eine Radumrundung musste daher ausfallen.

Ostersamstag, 3. April

Heute steht nur der Besuch in der Kraftkammer am Programm, sonst herrscht Osterfriede. Und da es regnet, ist es auch nichts mit einem Radausflug, ich nütze die Zeit und plane meine nächste Flugreise. Da ich ja meine zweite Covid-Impfung bald bekomme, ist die Einreise in einige doch recht interessante Länder ohne Quarantäne möglich.
Ostersonntag und Ostermontag. 4. und 5. April
Wechselhaft bewölkt, kühl, ein paar Regentropfen am Sonntag-Vormittag, heiter ab Mittag, keine Therapien am Plan. Nach dem Essen fahre ich mit dem Auto ins  ca. 20 km entfernte Hallstatt und parke zwischen den zwei Tunneln. 35 Minuten dauert der Spaziergang am Salzweg hinauf zum Skywalk. Immer wieder schön, die Aussicht auf den Hallstättersee samt Umgebung.
Heute zeichnet sich die Verwaltung der Herz-Reha aus: schöne Osterdekoration auf den Tischen, auch das Essen ist heute dem Feiertag angepasst "vornehm".

Am Ostermontag darf ich gleich nach dem Frühstück in die Kraftkammer, mehr steht heute nicht am Therapieplan. Es ist wieder sonnig bzw. leicht bewölkt, aber es weht auch ein kühler Wind. Trotzdem spaziere ich vor dem Mittagessen zum Kaiserschloss, das seit gestern geöffnet hat. Besucher sind aber außer mir keine unterwegs, deshalb kann ich die Drohne problemlos fliegen lassen. Auch beim Congress-Center war nichts los ...
Am Nachmittag ist es wolkenlos, aber noch immer teilweise ziemlich windig. Ich mache einen Ausflug nach St.Gilgen am Wolfgangsee. Ein Spaziergang durch das Dorf, keine 10 Leute begegnen mir, dafür ist am Strand beim Gemeindebad reger Picknickbetrieb. Aber viel mehr als der Strand interessiert mich ein interessanter Felsen außerhalb von St.Gilgen: der Plombergstein, ein 830 m hoher und sehr markanter Berg. Etwa eine Stunde dauert der teilweise ziemlich steile Aufstieg, aber die Aussicht auf den See und St. Gilgen entschädigt für die (geringen) Mühen.

Dienstag, 5. April
Mein letzter Tag des Aufenthaltes, nochmals steht volles Programm am Programm, gegen Abend verstaue ich das Radl im Auto und mache mich fertig für die Rückfahrt, morgen muss ich das Zimmer um 7:15 verlassen. Nach dem Abendessen beginnt es leicht zu regnen, auch ein paar Schneeflocken fallen vom Himmel.
Mittwoch, 6. April
Zum Glück hab ich gestern schon fast alles ins Auto gepackt - und gleich vor dem Kurzentrum geparkt. Es schneit ziemlich fest, 10 cm Schnee sind bereits über Nacht gefallen - und am Auto angefroren. Nach dem Frühstück mache ich mich auf die Heimreise, starker Schneefall wie bei der Anreise. Ab Flachau war es dann besser und gegen Mittag war ich wieder daheim.

 

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