kleine RUNDFAHRT durch das
nördliche Niederösterreich

Langschlag - Weitra - Gmünd - Heidenreichstein nach Litschau - Waidhofen nach Raabs - Drosendorf nach Hardegg - Retz nach Laa a.d.T. - Nitsch-Museum Mistelbach

 


Mittwoch, 18. Mai 2022 - 
Abfahrt gegen Mittag, nachdem zum Glück unser Stellplatzbuch von BAUERNLEBEN.at noch rechtzeitig eingetroffen ist. Über die A10 fuhren wir bis Hallein, wo wir eine Eis-Pause samt Stadtbummel einlegten. Um 18 Uhr waren wir beim Hof der Familie Prinz in SCHMERBACH, Gemeinde Langschlag (in der Nähe von Karlstift im Waldviertel), Rosa und der Haus- und Hofbernhardinermischling beschnupperten sich gleich ausgiebig. Am Hof gibt es Gselchtes und Aufstriche in verschiedenen Varianten, es hat uns ausgezeichnet geschmeckt.

Donnerstag, 19. Mai 
-  Heute machen wir eine 11 km Wanderung am Steinwanderweg Langschlag. Millionen Jahre alte Steine liegen in einzigartigen Formationen im flachen Wald, einige an von Radiästheten festgestellten Erdstrahlungskreuzungen. Die Steine haben spezielle Namen, die auf ihre "Eigenschaften" schließen lassen: Kamelstein, Wackelstein, Augenbründl, Teufelsmühle, Schalengruppe, Fruchtbarkeitsstein usw. Nach gut 4 Stunden teils anstrengender Wanderung (mit Kaffee- und Mohnrouladenpause) durch Wald und Wiesen waren wir wieder beim Stellplatz, am späteren Nachmittag fuhren wir ins 17 km entfernte Weitra, die Nacht verbringen wir am Parkplatz beim Bahnhof - und die historische Altstadt samt Schloss entdecken wir morgen Freitag, da findet auch eine Nachtwächterführung statt.

Freitag, 20. Mai
- WEITRA, die älteste Bierstadt Österreichs besichtigen wir heute. Wir umrunden die Stadt mit den wunderschön renovierten Häusern innerhalb der Stadtmauer, auch außerhalb machen wir eine halbe Stadtrunde, die Drohne durfte auch abheben. Natürlich darf die auch Besteigung des Turmes beim Schloss (durch mich) nicht fehlen. Am Nachmittag suchen (und finden) wir die einsame und mystische Steinformation STEINERE STUBE, etwas außerhalb von Weitra im tiefen Wald, danach ruhen wir 2 Stunden im Schatten von großen Fichten. Am Abend genießen wir Waldviertler Blunzenknödel mit Sauerkraut, dann lassen wir uns vom "Nachtwächter" durch die Stadt führen und erfahren viel Wissenswertes. Gegen halb 11 fielen wir ziemlich müde ins Bett, nur ein kräftiges Gewitter unterbrach kurz unseren Tiefschlaf.

Samstag, 21. Mai - 12 km nach Weitra liegt GMÜND mit dem sehr schönen, aber leider komplett zugeparkten Hauptplatz. In "Franzi's Eisdiele" machen wir einen Einkehrschwung, bevor wir in die BLOCKHEIDE spazieren. Sagenhafte Steinformationen (teilweise über 10 m hoch aufgetürmt) , Wackelsteine und Naturdenkmäler wie der Christophorus Stein, das Teufelsbrett oder die Koboldsteine sind zu bestaunen. Vom 34 m hohen Aussichtsturm hat man eine weite Rundumsicht über das Waldviertel und nach Tschechien - und dass der 15. Längengrad auf seinem Weg vom Nord- zum Südpol hier quert, wird besonders erwähnt ...

Sonntag, 22. Mai - Ca. in der Mitte zwischen Gmünd und Heidenreichstein steht der 20 m hohe Aussichts"turm" Himmelsleiter, im nahen Amaliendorf gibt es wieder Steinformationen: den (nicht wackelbaren) Wackelstein und den riesigen KÄS IM LAIB (laut Legende der älteste und größte Burger der Welt). In HEIDENREICHSTEIN machen wir eine Stadtrunde und spazieren auch um die schönste Wasserburg Österreichs, nach einem original Waldviertler Mittagessen im Burgstüberl fahren wir 12 km nach LITSCHAU (nördlichste Stadt Österreichs und Endpunkt der Waldviertel-Schmalspurbahn) mit dem tollen Schloss Litschau und der mächtigen Kirche St. Michael.

Montag, 23. Mai - Von Litschau fuhren wir nach Waidhofen a.d.Thaya (Stadtrunde, Kirche mit tollen Fresken, Waldrapp-Voliere, Große Basilika - ein Steinkreis aus 97 unbehauenen Doritfindlingen), dann nach Karlstein (Blick auf das Schloss, mehr gibt es nicht) und weiter nach Raabs an der Thaya. Das sehr schöne Schloss Raabs ist derzeit nur von außen (und aus der Luft) zu besichtigen, ein Spaziergang zu der ober der Stadt neben dem Schloss stehenden Kirche und eine Hauptplatzrunde zahlen sich aber voll aus. 12 km südlich von Raabs liegt die sehenswerte und offene Ruine Kollmitz, wir besteigen den Burgfried und den Hungerturm und erkunden das alte Gemäuer ausgiebig. Heute übernachten wir zwischen Raabs und Retz bei Nr. 92 in der BAUERNLEBEN.at-APP, einem Kürbishof.

Dienstag, 24. Mai -
Fortsetzung unserer Schlösser- und Burgenfahrt. Den ersten Halt machen wir in DROSENDORF, einer Kleinstadt nahe der Grenze zu Tschechien und als einzige Stadt Österreichs mit einer geschlossenen und vollständig erhaltenen Stadtmauer umgeben. Neben dem Schloss und der Kirche sind vor allem die Renaissance-, Barock- und Biedermeierfassaden sehenswert - und natürlich auch der Pranger mit Erklärung. In RIEGERSBURG können wir das Schloss Rügers leider nur durch den Zaun anschauen, die Burgruinen FRONSBURG und KAJA nur von der Drohne aus. Mehr Glück hatten wir in Österreichs kleinster Stadt HARDEGG, direkt an der Grenze.  Zwar dürfen wir wegen Dreharbeiten nicht in den Burghof, aber ein Stück weit war erlaubt. Ob die beiden Hauptdarsteller auch anwesend waren, konnten wir nicht erfahren. Ende unserer heutigen Fahrt war am späten Nachmittag der WoMo-Stellplatz in Retz, gegen Abend kam dann der für heute angekündigte Regen.

Mittwoch, 25. Mai - Der 1. Mai ist zwar schon länger vorbei, jedoch freuen sich in vielen Dörfern noch immer "wichtige und verdiente" Bürger über die Glückwünsche zum Tag der Arbeit, wie an den auf Haustüren und Laternen angebrachten Transparenten zu sehen ist.
Nach Besteigung des Stadtturmes (157 Stufen) sowie augiebigen Besichtigung der Weinstadt Retz fuhren wir nahe der tschechischen Grenz über Jetzelsdorf (tolle Kellergasse!) nach Laa an der Thaya. Nach einer Stadtrunde samt Besteigung des Schlossturmes (nur 97 Stufen) erreichten wir bei wechselhaftem Wetter die heutige Endstation, den WoMo-Stellplatz bei der HTL in Mistelbach.

Donnerstag, 26. Mai - Christi Himmelfahrt. 5 Minuten vom Stellplatz befindet sich das Museum Hermann Nitsch (+ 2022), ein weit über österreichs Grenzen hinaus bekannter Maler (Schüttbilder!), Aktionskünstler (Orgien-Mysterien-Spiele), Komponist, Schriftsteller  und Vertreter des Wiener Aktionismus. Im Museum sind seine Schüttbilder zur Wagners WALKÜRE (Bayreuther Festspiele 2021) und ein bildnerischer Lebenslauf ausgestellt. Sehr interessante (und Vorurteile abbauende) Ausstellung, der Besuch hat sich gelohnt.
Mistelbach selbst hat an Sehenswürdigkeiten wenig zu bieten, der  Dyonisos-Weg durch die nahen Weingärten ist ganz nett. An Wien vorbei machten wir uns am Nachmittag auf die Heimreise, nicht jedoch ohne Einkehrschwung in unsere Lieblingsbuschenschank Thaler in Bad Waltersdorf.  Am Abend waren wir wieder in Villach, 1.125 km waren wir in den 9 Tagen unterwegs - und haben ein weiteres Stück Österreich kennengelernt.