Wer allzeit bei dem Ofen sitzt, Grillen und die Hölzlein spitzt und fremde Lande nicht beschaut, der ist ein Aff in seiner Haut.

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Viele Fächer werden an unseren Schulen gelehrt, aber eines der wichtigsten fehlt: Reisekunde. Denn das intelligente Reisen, das Verständnis für fremde Länder und Völker, will gelernt sein.

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Toren besuchen im fremden Land die Museen, Weise gehen in die Tavernen.

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Wenn man mich fragt, warum ich reise, antworte ich: Ich weiß wohl, wovor ich fliehe, aber nicht, wonach ich suche.

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Nur Reisen ist Leben, wie umgekehrt das Leben Reisen ist.

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Reisen veredelt wunderbar den Geist und räumt mit all unseren Vorurteilen auf.

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Da reist man und reist man und wird sich eines Tages bewußt, daß man auf Reisen ununterbrochen Heimweh aussteht.
Gibt man das zu, so ist man vielleicht auch zu dem Eingeständnis bereit, daß es überhaupt der verborgene Sinn allen Reisens ist, Heimweh zu haben.

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Man reist ja nicht, um anzukommen, sondern um zu reisen.

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Der Schlüssel zum unbeschwerten Reisen liegt vielleicht darin, daß man es immer dort gut findet, wo man gerade ist. Das halte ich für eine große und nützliche Kunst. Wenn du das kannst, dann wirst du auch zu jenen gehören, die stets vergnügt reisen, zufrieden zurückkehren und es am Schluß daheim wieder schöner finden als auf der ganzen übrigen Welt.

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Es wandelt niemand ungestraft unter Palmen, und die Gesinnungen ändern sich gewiß in einem Lande, wo Elefanten und Tiger zu Hause sind.

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Alle Reisen haben eine heimliche Bestimmung, die der Reisende nicht ahnt.

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Um zu begreifen, daß der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.

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Wer über den See geht, wechselt den Himmel, nicht den Charakter.

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Wer reisen will, der muß zunächst Liebe zu Land und Leuten mitbringen, mindestens keine Voreingenommenheit. Er muß den guten Willen haben, das Gute zu finden, anstatt es durch kritische Vergleiche totzumachen.

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Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt.

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Wenn ein Reisender nach Hause zurückkehrt, soll er nicht die Bräuche seiner Heimat eintauschen gegen die des fremden Landes. Nur einige Blumen von dem, was er in der Ferne gelernt hat, soll er in die Gewohnheiten seines eigenen Landes einpflanzen.

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Klug ist der Reisende, der sein Herz zu Hause läßt.

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Aufenthalt in fremdem Land mehrt und kräftigt den Verstand.

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Man muß sich hüten, nicht mit Gedanken zurückzukommen, die später für unsere Zustände nicht passen. So brachte ich aus Italien den Begriff der schönen Treppen zurück, und ich habe durchaus offenbar mein Haus verdorben, indem dadurch die Zimmer alle kleiner ausgefallen sind, als sie hätten sollen.

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Wir sehnen uns nicht nach bestimmten Plätzen zurück, sondern nach den Gefühlen, die sie in uns auslösen.

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Wir reisen nicht nur an andere Orte, sondern vor allem reisen wir in andere Verfassungen der eigenen Seele.

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Die feinste Reisekunst besteht darin, zu einigen besonders schönen Plätzen immer wieder einmal zurückzukehren, bis sich in uns eine Art Heimatgefühl entwickelt, das sie doppelt kostbar macht.

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Allein aus Freude am Sehen und ohne Hoffnung, seine Eindrücke und Erlebnisse mitteilen zu dürfen, würde niemand über das Meer fahren.

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Das Reisen, das gleichsam eine höhere und ernstere Wissenschaft ist, führt uns zu uns zurück.

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Die Touristen sind eine Internationale der Neugierde.

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Wenn man mich fragt, warum ich reise, antworte ich: Ich weiß wohl, wovor ich fliehe, aber nicht, wonach ich suche.

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Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite.

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Reisen ist in der Jugend ein Teil der Erziehung, im Alter ein Teil der Erfahrung.

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Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt ist die Welt – sieh sie dir an!“ (Kurt Tucholski)

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Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.

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Ich habe den Kelch meines Lebens bis zum letzten Tropfen geleert. Sie dagegen haben nur den Schaum an der Oberfläche geschlürft. Ich sehe Dinge, die sie niemals kennen werden. Ich sehe Dinge, für die sie blind sind.

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Jeder Aufbruch zu einer Reise birgt bereits die Wiederkehr in sich, egal wie lange sie auch dauert.

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Steigst du nicht auf die Berge, so siehst du auch nicht in die Ferne.

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